Addendum
Buchbesprechungen / Book reviews / Analyses
Newell, R. C. (Ed.): Adaptation to Environment: Essays on the physiology of marine animals. London, Boston: Butterworths, 1976, 539 pp., £ 25.-.
This book neither attempts an exhaustive documentation of the state-of-the-art nor does it cover all essential aspects of the topic outlined in its title. It is a loose compilation of 9 reviews devoted to the following aspects: (1) Adaptations to intertidai life (R. C. Newell), (2) Sett- lement responses in marine organisms (D. J. Crisp), (3) Biochemical adaptations to temperature (G. N. Somero & P. W. Hochachka), (4) Primitive respiratory adaptations (C. P. Mangum), (5) Enzyme and metabolic adaptations to low oxygen (P.W. Hochachka 87 G.N. Somero), (6) Physiological adaptation to life in estuaries (A. P. M. Lockwood), (7) Rhythmic behaviour and reproduction in marine animals (E. Naylor), (8) Vision in pelagic animals (J.K. Bow- maker), and (9) Biochemical adaptations to pressure (G. N. Somero & P. W. Hochachka).
Throughout the book the term adaptation is used differently. Chapters 2, 4 and 8 have little, if anything, to do with adaptation, unless one considers all organismic functions and structures to be adaptations - a view which may be acceptable, but would render the specific title of the book rather meaningless.
The strength of the book lles in the fact that practically all chapters were written by authorities well-known and well-regarded in their respective fields. Most accounts are carefully and well-considered summaries of recent research and provide good overviews of important branches of marine physiology. A few shortcomings - e.g. neglect of important pertinent work; incorrect quotation; failure to list all papers quoted in the text under References - do not significantly reduce the value of the book. Not only physiologists but also marine eco- Iogists wiI1 find stimulating information and ideas. The book is weI1 illustrated and well
printed. O. Kinne (Hamburg)
Vernberg, J. (Ed.): Physiological Ecology of Estuarine Organisms. (The Belle W. Baruch Library in Marine Science. Nr. 3.) Columbia, South Carolina: Univ. South Calif. Press, 1975, 397 pp,, $ 27.50.
Astuarien als f3bergangszonen zwischen limnischen und marinen Lebensr~iumen sind durch besonders variable Umweltbedingungen gekennzeichnet. Um der fluktuierenden Intensitiit ihrer Wirkungen begegnen zu kiSnnen, haben die in Flut~miindungsgebieten lebenden Tiere und Pflanzen besondere ~Skologische Anpassungen herausgebildet, deren physiologische und bio- chemische Me&anismen in neuerer Zeit Gegenstand vielf~iltiger experimenteller Analysen ge- worden sin&
A d d e n d u m 525 wortartig, anhand welcher Kriterien die Lebensfunktionen yon F_stuarbewohnern beleuchtet werden. Dabei werden die unter den extremen Bedingungen ihrer spezifischen Umwelt ent- wi&eIten Uberlebensstrategien sowohl auf der PopuIations- und Organismenebene, als auch auf zellul~irer und subzellul~irer Stufe untersucht. Die Wirkungen yon Schadstoffen auf die physio- logischen Reaktionen der in Flnflmiindungsgebleten lebenden Organismen werden - obgleich als zusiitzliche Stressfaktoren yon wachsender Bedeutung - thematlsch nut perlpher bertihrt.
Als einer SammIung yon Symposlonsvortr~igen haf~en dem Buch M/ingeI an, die in vielen aus Tagungen hervorgegangenen Pub!ikationen zutage treten; insbesondere fallen das unter- schledtiche Niveau einzelner Beitriige und die thematische Unausgewogenheit ins Auge. Von einigen Dru&fehlern abgesehen ist das in Offset-Technik gesetzte Werk in guter Aufmachung herausgebracht worden. AusftihrIiche Literaturverzeichnisse am Ende der einzelnen Beitr~ige und eln Register erhShen dessen Informatlonswert. Insgesamt werden einschl~igig interessierte Forscher und Hochschullehrer vielf~iltige Anregungen aus dlesem Buch schSpfen, das Carl Schlieper ftir seine Verdienste bei der Erforschung der Physiologle der Bra&wassertiere ge-
widmet ist. H.-P. Bulnheim (Hamburg)
Ma&ie, G. O. (Ed.): Coelenterate Ecology and Behaviour. New York, London: Plenum Press, 1976, 744 pp., $ 59.40.
Der umfangreiche Band enthiilt die Beitr~ge der Teilnehmer eines Symposiums fiber die Biologie der Coelenteraten, das im Mai 1976 in Victoria, Brit. Columbia, Canada, stattgefunden hat. Es ist in einem Zeltraum yon 11 Jahren das 3. internationale Treffen yon Zoologen, die auf dem Geblet der Coelenteratenforschung aktiv t~itig sind, nachdem das i. internationale Sympo- sium 1965 in London, das 2. 1972 in Seto-Shirahama, Japan, vorangegangen waren. Wie die Ergebnisb~inde der ersten beiden Symposlen ("The Cnidaria and their Evolution". Ed.: W. J. Rees, Acad. Pr. London, 1966, 449 pp., und "Recent trends in Research in Coelenterate Bio- logy". Ed.: T. Tokioka & S. Nishimura, Pubis Seto mar. biol. Lab. 20, 1973, 793 pp.) ist auch das vorliegende Buch in hervorragender Weise geeignet, die Fortschritte auf dem Geblet der Coelenteratenforschung der letzten Jahre zu demonstrieren. Wie der Herausgeber im Vorwort hervorhebt, stellen die Coelenteraten, die jetzt als getrennte Tierst~imme Cnidaria und Cteno- phora behandelt werden, eine der Gruppen mariner Wirbelloser dar, an deren Erforschung Zoologen in aller Welt besonders intenslv arbeiten.
Die Grtinde, die der Herausgeber dafiir nennt, sind vielf~iltiger und interessanter Natur. Hervorgehoben sei hier nur, daft moderne Methoden der Laboratoriumskultur wie auch der Untersuchungen in sltu es gerade bei den Cnidaria - und zwar nicht nut bei dem Stiflwasser- polypen Hydra, sondern auch bei elner Vielzahl yon marinen Formen aus alien Klassen - ge- statten, den lebenden Organismus mit allen Erscheinungen des Verhattens und der t~kologle in den Mittelpunkt der gezlelten Forschung zu stellen. Ftir die vielf~iltigen MSglichkeiten, dabei die technischen Hilfsmittel der Elektronenoptik, Neurophysiologie und biochemischen Analyse einzusetzen, stellt dlese Gruppe geradezu eine Herausforderung dar, die wohl mit dem epithe- lialen Aufbau, aber keineswe~s im Verhalten und den zugrundeliegenden Nervensystemen einfach strukturiert ist. Das erkl~irt auch die Wahl des Themenkreises far das Symposium, das mit insgesamt 73 publizierten Beitr~igen elne reiche und wissenschafflich bedeutsame Ernte eln- gebracht hat.
Auch eine kurze Ubersicht tiber die Aufgliederung in Teilaspekte, die die Vortragsfolge des Symposiums best~mmt hat, erlaubt es nicht, auf die Einzelarbeiten und die erzielten Ergeb- nisse einzugehen. Doch erscheint es notwendig, die Kapiteliiberschrli%n wenigstens dutch Stichworte zu spez{fizieren, nm einen Uberbli& tiber die Fiille der behandelten Themen zu geben.
(1)WasserstrSmungen und Cikologie benthischer Cnidarla (4 Beltrlige): Bedeutung der Wasser- strSmungen ftir Erniihrung und Habitatwahl, Plastizit{it in der F~ihigkeit, dutch SpeziaI- konstruktlonen der mechanischen Beanspruchung zu widerstehen oder dutch Richtungswachs- turn ftir die Ern~ihrung auszunutzen.
Ursa&en der Populationsschwankungen, allgemeine 6kologlsche Bedeutung dur& negativen Effekt auf die Ansiedlung anderer Evertebraten, Einflug yon Salzgehalt, Temperatur, Mr- niihrung auf Hydroiden.
(3) Biologie yon Ctenophoren, Siphonophoren und Medusen (8 Beitr~ige): Nahrungserwerb bei Siphonophoren und Cubomedusen, kosmopolitische Verbreitung yon
Craspedacusta,
voll- st~indiger Lebenszyklus der CubomeduseCarybdea alata, Parasiten und Artbildung bei
Ctenophoren.(4)FortpflanzungsbioIogie (13 Beitr~ige): Asexuelle und sexuelle Fortpflanzung bei Aktinien, Riffkorallen und Zoanthariern, Chemische Anlockungsstoffe filr die Spermien bei
Tubularia
mit sessilen Gonophoren, Ultrastruktur der Spermatogenese beiHydractinia, EmbryonaI-
entwickIung der StanromeduseHaliclystus, zeitli&es und riiumliches Ansiedlungsverhalten
yon Planulae und Chemismus ihrer Ansiedlung, Riesenlarven bei einer Aktinie, SEM-Stu- dien der Scyphozoenstrobilation.(5)Assoziationen (9 Beitr~ige): Symbiose mit Zooxanthellen, Chemismus der Anpassung yon Anemonenfischen, Skelettmodifikationen yon Steinkorallen durch einen Poly&aeten, Asso- ziation yon Hydractinia-Arten mit Einsiedlerkrebsen.
(6) Funktionelle Morphologie (9 Beitr~ige): Fortbewegung bei Aktinien, Transparenz bei peta- gis&en Cnidarlern, Ultrastruktur und Koordination yon Nerven- und Muskelsystemen bei Hydroiden, Aktinien, Ctenophoren, Ultrastruktur der Haf~scheibe einer Stauromeduse, quantitative Untersuchungen iiber die Nesselkapselentladung als Reaktion auf unterschied- liche mechanische Reizung, Aufbau und Rezeptoreigensehaf~en des Cnidocilapparates bei Cnidariern der verschiedenen Klassen.
(7)Verhaltensphysiologie (16 Beitr~ige): Chemorezeption und Elektrophysiologie bel der Nah- rungsaufnahme, multiple Leitungsnetze bei Aktinien und Abh~ingigkeit des Verhaltens yon ihrer spezifis&en Natur, elektrophysiologische Analyse der integrierten Reaktionen bei ko- lonialen Anthozoen, Morphologie und Elektrophysiologie der Leitungssysteme sowie Funk- tion der Bioluminescenz bei Seefedern, nerv~Sse Grundlagen der Muskelkontraktion bei Siphonophoren, der Reaktlonen bei Hydrokorallen, der Reaktionen yon
Hydra
auf Li&t- reize, Ultrastruktur der Zellkontakte yon Gastrodermis und Epidermis durch die Stlltz- lamelle hindurch, Koordination der epidermalen und gastrodermalen Muskelt~itigkeit, elek- trophysiologische Analyze des ionalen und osmotischen Gleichgewichts beiHydra.
Auf dem Gebiet der Neurophysiologie sind unbestreitbar in den letzten Jahrzehnten die bedeutsam- sten Ergebnisse in der Erfors&ung der Biologie der Cnidaria un~ Ctenophora erziett worden.So ist aus dem letzten, mit Recht umfangreiehsten Kapitel die zusammenfassende und erl~iu- ternde Darstellung yon M. L. Passano hervorzuheben, in der der gegenw~irtige Stand der Kenntnisse und die Perspektiven fiir die Zukunflc behandelt werden. WeiI man si& aus der Untersuchung der Neurophysiologie der Cnidaria die Beantwortung grunds~itzlicher Fra~en auch fiir h6here Organismen erho~, wird sie auch in Zukunt} ein attraktives und aktuelles Arbeitsgebiet bleiben. - Dem Herausgeber gebilhrt Dank dafiir, daf~ er das Buch noch im glei&en Jahr publlziert hat. Der Preis fiir das im Offsetverfahren gedru&te Bu& ist nicht eben gering, erscheint aber nach Ausstattung und Umfang angemessen.
B. Werner (Hamburg) Bougis, P.: Marine Plankton Ecology. Amsterdam, Oxford: North-Holland PubI. Co., I976, 355 pp., $ 52.95.
A d d e n d u m 527 As most comparable books, Bougis' work concentrates on conventional views. These are well presented, evaluated and discussed. However, the present situation in the field of marine plankton ecology is characterized by growing awareness of uncertainties regarding methods, interpretations and concepts; significant la& of knowledge on the nutritional and reproductive performance of single species; diverging views of eastern and western scientists on rates of plankton productivity and turnover of organic materials. In fact, there are few fields in ma- rine ecology which have more need for critical reassessment. O. Kinne (Hamburg) Lagler, K. F., Bardach, J. E., Miller, R. R. & May Passlno, D. R.: Ichthyology. 2nd ed. New York: Wiley, 1977, 506 pp., £ I3.50.
This is an updated and improved version of the frst edition. Dr. Dora R. May Passino has joined the original group of authors. The book is intended as a text reference in ichthyology and is primarily based on information and examples from the American fauna. No attempt has been made to be comprehensive.
The second ectition provides important information on such topics as the major groups of fishes; basic fish anatomy; skin; nutrition and growth; locomotion; circulation; respiration; ex- cretion and osmoregulation; reproduction; integration of body functions and structures; genet- ics and evolution; systematics and nomenclature; ecology and zoogeography.
A systematic index, including common and scientific names, serves as an efficient guide. The most recent pertinent literature has not been included to an extent one would have wished. However, the book is well written and easy to understand; it should be very useful, especially for students, but also for scientists involved in the study of fishes. O. Kinne (Hamburg) Bell, W. F. & Canterberry, E. R.: Aquaculture for the Developing Countries. A feasibility study. Cambridge, Mass.: Ballinger, 1976, 266 pp., $ 22.-.
Das Buch informiert auf breiter Basis iiber den augenblicklichen Stand der Aquakultur in der Welt. Informatlonen werden zumeist in tabellarischer, nach Liindern aufgeschliJsselter Form angeboten: Gesamtproduktlon aus der Teichwirtschal~ und anderen verwandten Betriebsfor- men, Art und Anzahl der teichwirtschaflclich genutzten Formen, wirtschaRliche Bedeutung genutzter Arten, Produktlonskosten fiir Eiweit~ tierischer und pflanzlicher Herkun~, Nah- rungsmittelpreise f~ir 1970 etc.
Auf der Basis einer Simulationsstudie werden yon allen zur Zelt in kommerziellem Aus- mat~ kultivierten Wasserorganismen einige Arten ausgesucht, die fiir einen erfolgreichen Ein- satz in Entwicklungsliindern in Frage kommen k~Snnten. Um die flit das 5eweilige Land geeig- neten Arten zu finden, miissen mehrere im Einsatziand herrschende Umweltfaktoren und die Eigenscha~en der potentiellen Kulturorganismen aufeinander abgestimmt werden. Die Fakto- ren sind (a) bezogen auf die Umwelt: (1) Wassertemperatur, (2) Salzgehalt, (3) L~inge der m~Sg- lichen Abwachszeiten, (4) Tiden, (5) pH, (6) Niederschl~ige etc; (b) bezogen auf Kulturorganis- men: (1) Stellung in der Nahrungskette, (2) Temperaturtoleranz, (3) Brutproduktion, (4) Wachstumsrate, (5) Status des Organismus in bezug auf vorhandene Erkennmisse. DarlJber hinaus werden Kriterien wie z. B. Verbrauchergewohnheiten etc. herangezogen, um die fiir ein Land am besten geeignete Art zu finden. Die Autoren schlagen 14 Species vor (Muscheln, Gar- helen und AIgen eingeschlossen) als potentMle Arten fiir die Aquakulturentwicklung in 90 L~n- dern der dritten Welt. Die Arten werden untereinander und auf ihre Vorz/ige fiir die Bed(irf- nisse gewisser Entwicklungsl~inder verglichen, und flir gewisse Arten werden die am besten ge- elgneten L~inder (recommended receivers) in tabellarischer Form dargestellt.
Mehr als ein Drittel des Buches (ca. 100 Seiten) wird yon einem zum gr~5t~ten Tell kom- mentierten Literaturverzeichnis eingenommen, das nach Arten gegIiedert ist und zum Tell wohI mehr nach dem BeIiehen der Bearbeiter als nach der im vorliegenden Buch herausgearbeiteten Pr~ferenz far bestimmte Arten aufgestellt wurde. W~ihrend z. B. Mugil nnd Chanos knappe drei Literaturseiten gewidmet sind, enthiilt die Bibliographie 20 Seiten fiber "shrimps ¢' und "catfish" - wahrschelnli& elne Konzesslon an den potentiellen amerikanlschen K~nfer des Buches. I2Tber Austernkultur sind I6 Seiten zusammengestellt worden. Wie wohI das Literatur- verzeichnis nicht Iii&enlos und auf dem neuesten Stand ist, sein kann no& will, so vermittelt es doch einen l)berbli& tiber den derzeitigen Entwi&Inngsstand der Aquakultur und die M~Sg- li&keit, tiber die 14 in diesem Buch haupts~ichlich behandelten Aquakulturorganismen Informa- tionen zu finden. Alle tibrigen Aquakulturorganismen kommen 5edoch zu kurz.
Das Buch macht den konsequenten Versuch, die Eignung und Einftihrung yon Aquakul- turorganismen in Entwi&lungsi~nder wenlger vom Gefiihl oder der Vorliebe bestimmter Wis- sens&a~ler als yon kommerziellen nnd wirtschafclichen Aspekten abh~ingig zu machen. Fiir den kritischen Benutzer ergibt slch die M/Sgllchkeit, in Anlehnnng an die im Bu& beschriebene Methodik anderen Kriterien den Vorzug zu geben und auf dieser Grundlage den Kultivierbar- keitswert der in diesem Werk ni&t behandelten Organismen selbst zu ermitteln.
H. yon Westernhagen (Hamburg)
Forrest, D. M.: Eel Capture, Culture, Processing and Marketing. West Byfleet, Surrey: Fishing News Books Ltd., 1976, 203 pp., 24 frgs., 49 tabl., 66 photogr., £ 7.25.
Das Buch soll den Praktiker informleren, der yore AaIfang, der Aalzucht und dem "mar- keting" lebt. Der Autor, selbst im Aalgesch~i~ involviert, pr~sentiert dabei die bisherigen Kennmisse tiber den Aal, seine Verbreitung und Zucht teilweise in recht oberfliichlicher Form. Unkorrektheiten im Text sind durchaus nicht immer auf Druckfehler zurtickzufi~hren. Zahl- reiche Daten, insbesondere zu den Fangertr~igen, sind nicht auf dem neuesten Stand. Angesichts der verftigbaren umfangreichen Literatur iiber den Aal erscheint das Literaturverzeichnls ~iut~erst dilrttig. Wer umfassend tiber die Biologie des Aales, die Aalfischerei- und -zucht infor- miert werden will, ist besser beraten, yon vornhereln andere Quellen zu benutzen.
H. RosenthaI (Hamburg)
Chen, T. P.: Aquaculture Practices in Taiwan. Norwich: Page Bros Ltd., 161 pp., 98 Abb., £ 5.00.
Das Buch beschreibt die wichtigsten Zweige der Aquakultur Taiwans und ihre Entwick- lung. Behandelt werden vor allem die Miichfis&kultur, die Aalzucht, die Kuhivierung der Meer~ischen- und Titapia-Arten sowie die des "walking catfish" (Clarias betrachus) und des Bra&wasser-Gobiiden BeIeophthalmus chinensis. Bei den Mollusken wird vor allem auf die Zucht yon Crassostrea gigas, Meretrix l~sario, Anadora granosa und Corblcula fluminea einge- gangen. Ferner werden die Kulturmethoden und Ertr~ige £~r die Crustaceen Pe~zaeus rnonodon, P. monoceros und Scylla serrata bes&rleben. Abschllegend wird in kurzen Kapiteln auf die Zncht yon Fr6schen und S&ildkr~Sten eingegangen sowie die Kulmr der Rotalge GraciIaria dargestellt.
Das Bnch gibt einen guten 13berblick iiber den gegenwiirtigen Stand der Aquakulturent- wicklung in Taiwan, wenngleich auch einige Kapitel zu knapp gehalten sin& So erwartet der Kenner z. B. im Kapitel tiber die Milchfischknltur mehr Details, vor allem zur Problematik der TeichbewirtschaRung. Hier wSre eine fundlertere Darstellung iiber die Methodik des mehr- fachen Besatzes und sukzessiven Erntens, insbesondere im Hinbli& auf die AbwachsIeistung und die damit verbundenen HektarertrSge, wiinscbenswert gewesen. Wer sich generell einen l~Iberblick tiber die Aquakulturertr~ige und ZuchtertrSge Taiwans verschaffen will, ist mit der Lekttire des Buches jedoch gut beraten. Am Ende jeden Kapitels wird durch ein kurzes Litera- turverzeichnis dem Leser die M~glichkeit geboten, sich die speziellere Fachliteratur zu erschlie-
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Hanson, J. A. (Ed.): Open Sea Mariculture. Stroudsburg, Pa: Dowden, Hutchinson & Ross Inc., 1974, 410 pp., DM 103,50.
Das Buch basiert auf einer yon der "National Oceanic and Atmospheric Administration" gefSrderten Durchftihrbarkeitsstudie. Diese geht yon der Annahme aus, dat~ ftir den Fall einer rapiden Expansion der marinen Aquakultur die geeigneten und verfiigbaren Ktistenfl~ichen sehr bald knapp wtirden. Besteht dann eine MSglichkeit zur Ausdehnung der Marikultur auf Gebiete der offenen See? Auf 397 Seiten wird versucht, diese Frage kritisch zu durchleuchten. Im ersten Teil des Buches werden bio-Skonomische Gesichtspunkte, technische Voraussetzungen sowie die rechtlichen und politis&en Probleme insbesondere im Hinbli& auf die ktinftige Ent- wi&lung des internationalen Seerechts diskutiert. Der zweite Teil beschreibt in groi~en Ziigen die physikalisch-ozeanographischen und meeresgeologischen Gegebenheiten des Weltozeans un- ter dem Aspekt der Selektion geeigneter Gebiete fiir die Entwi&lung eines US-nationalen "offshore-farming". Der dritte Tell betrachtet die biologisch-technologischen Aspekte (Nah- rungskette, Artenauswahl nach bio-Skonomischen Gesichtspunkten, Systemverbund mit ande- ren Industriezweigen, z.B. Energiegewinnung). Im letzten Tell werden die Entwi&lungsprog- nosen diskutiert und Forschungsprogramme entworfen.
Es ist nach dem heutigen Stand der Kennmisse sicher verfriiht, eine verbindliche Antwort auf die oben gestellte Frage zu finden. Auf weiten Strecken bleibt die Darstellung auch sehr spekulativ. Immerhin ist es verdienstvoi1, die Zuknn~schancen fiir ein "offshore farming" schon jetzt theoretisch zu durchleuchten, um rechtzeitige und zielgerichtete Forschungsplanung zu be- treiben. Dem Biologen werden vor allem einige technische und 5konomische Kalkulationen zur Frage des Energiehaushalts, der Transportprobleme und der ktinRig sich ~indernden Wettbe- werbsverh~ilmisse Landwirtschat~-MeereswirtschaPc neue DenkanstSt~e bieten. Die Folgerungen, die aus den aufgestellten Thesen gezogen werden, scheinen dem Refereaten in zahlreichen F~il- lea zu positiv gefiirbt. Viele Argumente basieren selbst auf umstrittenen Prognosen. Der kri- tische Leser ist versucht zu fragen, ob hier nicht der Versuch unternommen wird, auf breiter Ebene ftir die langfristige Bereitstellung yon Forschungsmitteln zu werben. Das Schlut~kapitel befat~t sich dann auch mit dem Entwurf eines "National Mariculture Program", das neben einem 10j~ihrigen Meilensteinplan auch einen Finanzierungsplan enth~ilt.
H. RosenthaI (Hamburg)
Amlacher, E.: Taschenbuch der Fischkrankheiten. Fiir Veterin~irmediziner und Biologen. 3. erw. Aufi. Jena: VEB Fischer, 1976, 394 pp., DM 36,-.
Die 2. Auflage ist im Band 25 (1973, pp. 447-448) dieser Zeitschrifk besprochen women. Auch die erweiterte 3. Auflage dieses praxisnahen und klar gegliederten Arbeitsbuches ist in der Darstellung leicht verst~indlich geblieben. Dies macht das Buch zu einem handlichen Nach- schlagwerk fiJr Praxis und Forschung. Der Text ist - wo immer n6tig - u m neue Erkennmisse erweitert worden. Dabei ist der Band gegentiber der zweiten AufIage erheblich stiirker ange- wachsen als es die Zunahme um 16 Seiten vermuten l~gt. Vor allem sind viele Abbildungen platzsparend nebeneinander angeordnet sowie zahlreiche Abschnitte zur Untersuchungstechnik in petit gedruckt warden. Einige Unterkapitel sind neu aufgenommen worden, so z. B. im all- gemeinen Tell der Untersuchungstechnik die Abschnitte iiber Antoradiographie und H~imoglo- binbestimmung. V6ilig neu bearbeitet wurde der Abschnitt iJber Zellkulturea fiir virologische Untersuchungen. Die Ubersichtstabelle zur Diagnostik yon Fischkrankheiten und tiber die An- wendung bekannter Medikamente und Deslnfektionsmittel sind erheblich erweitert worden. Zahlreiche Abbildungen sind durch bessere ersetzt oder durch neue ergiinzt worden. Die Abbil- dungsanzahl ist yon 213 auf 241 gestiegen, die der Tabellen yon 9 auf 15. Erstmals sind tiber 40 farbige Abbildungen dabei, was sich insbesondere ftir den Vergleich yon Krankheitserschei- nungen und yon histologischen Schnitten als praktisch erweisen wird.
Tavolga, W. N. (Ed.) : Sound Production in Fishes. (Ben&mark Papers in Animal Behavior. 9.) Strondsburg, Pa: Dowden, Hutchinson & Ross Inc., 1977, 636 pp., $ 38.-.
Komplement~ir zum Band tiber ,,Sound Reception" (Nr. 7) ist vom gleichen Herausgeber der Band tiber die Lauterzeugung bei Fis&en erschienen. Das Werk wurde in einer Reihe a&t weiterer B~inde tiber Tierverhalten herausgegeben. Das Verfahren, Spezialgebiete in Uber- si&tsdarstelIungen darzubieten, besteht in dieser Ben&mark-Buchserie darin, eine Reihe wi&- tiger und grundlegender Ver6ffentli&ungen nachzudru&en und &ronologis& oder na& SaM- gebieten geordnet zu pr~isentieren. Der Herausgeber stellt also gewissermaBen ein Symposium mit BeitrSgen der Autoren zusammen, die si& in der Ges&i&te des Spezialgebietes einen Na- men gema&t haben. Dies ist si&erli& nur fiir ein so begrenztes Spezialgebiet m{Sglich. Tavolga selbst stellt seine aus Hoar & Randalls (1971) "Fish Physiology" bekannte Darstellung tiber Lautproduktion und Erkennung als Literaturfibersi&t voran und l~Bt ein originales, kurzes Kapitel fiber die neuesten Arbeiten folgen. Von den yon ibm gut 170 zitierten Arbeiten folgen dann 17 gr6gtenteils als vollst~ndige Kopien dargebotene Publikationen, si&erli& ein no& tragbares Verh~lmis von Existerendem zu Dargebotenem.
Die Kopien wurden folgendermaBen zusammengestellt: Ges&i&te und weit zurti&liegende Arbeiten, VeriSffentli&ungen nach dem 2. Weltkrieg, Me&anismen der Lauterzeugung dur& die S&wimmblase, Biologie und Kommunikation. Jedem dieser Abschnitte stellte Tavolga einen kurzen Kommentar voran. An den Kopien ist er setbst mit zwei weiteren Publikationen betei- ligt, so dab zusammen mit dem einleitenden Kapitel tiber ein Drittel des Buches aus seiner Feder stammt. Hinzu kommen zwei Ubersi&tsdarstellungen aus "Marine Bio-Acoustics" (Per- gamon Press) yon G. G. Harris und H. E. Winn, die ebenfalls yon Tavolga herausgegeben wurden.
Zu bem~ingeln ist, dab die neueste hier reproduzierte Originalarbeit aus dem Jahre 1964 stammt. Keine der yon Tavolga eingangs referierten neueren Arbeiten wurde als Kopie wieder- gegeben. In dem Band (Nr. 7) iiber das HiSren der Fis&e wurde ~ihnli& verfahren; hierin kam jedo& eine Anzahl der ~ilteren Arbeiten als IJbersetzung ins Englis&e heraus, so dab die Wie- dergabe dieser Arbeiten zus[tzlich gere&ffertigt ist. Vergli&en mit den Originalen haben die Photographim~, insbesondere yon Gesamtpr~iparaten und S&nitten, unter der Reproduktion dur& zu harte Wiedergabe gelitten. Das Gesamtwerk enth~ilt einen Autorenindex, der si& je- do& nur auf die Literaturverzei&nisse der kopierten Arbeiten bezieht sowie ein Sti&wortver- zei&nis.
Als Einfiihrung in ein Spezialgebiet hat dieses Bu& ffir Wissens&aPc und Lehre seine Be- deutung und sollte deshaIb in Fors&ungsinstituten und Ho&schulen zur Verfiigung stehen.
F.-W. Tes& (Hamburg) Gerla&, S. A.: Meeresvers&mutzung. Diagnose und Therapie. Berlin, Heidelberg, New York: Springer, 1976, 145 pp., DM 24,--.
Mit dem voriiegenden Band unternimmt der Autor den verdienstvollen und erfolgreichen Versu&, eine Lficke zu s&lieBen: Der gegenw~rtige Stand der wissens&afiti&en Erkennmisse fiber das immer no& wa&sende Problem "Meeresvers&mutzung" wird hier in allgemeinver- st~ndlicher Form zusammengefaBt. Indem der Verfasser eine groBe ZahI neuer (vorwiegend aus den Jahren 1974-1976 stammender) Originalarbeiten heranzieht, beschreibt und wertet er die verschiedenen Vers&mutzungstypen stets anschaulieh an Hand konkreter Beispiele.
Die ersten KapiteI enthalten eine differenzierte Ubersi&t zu der Einleitung h~iusli&er und industrieIler Abw~sser im Ki~stenberei&, der Verklappung gef~,hrlicher Abf~lle auf hoher See sowie der Ausbreitung der ~lvers&mutzung. Dabei werden nicht nur spezifische Gefahren und MSgli&keiten ihrer Verhinderung diskutiert, sondern au& unz~hlige EinzeIdaten und wi&tige Informationen zu den 5kologis&en und 6konomischen Zusammenh~ngen in objektiver Weise und in fesse/ndem Stil miteinander verknfipfi.
A d d e n d u m 531 und sogar das stark toxische Quecksilber. Die st~irkste Bedeutung wird den Pestiziden bei- gemessen, die schon jetzt global in hohen Konzentrationen angetroffen werden und bereits in weiten Bereichen zu subletalen Schiidigungen bei Meerestieren geftihrt haben. Als wichtigster Transportweg ftir die meisten Verschmutzungen (auch C~I!) muf~ die Atmosph~ire gelten.
Das Kapitel "Besondere Probleme bei persistenten Schadstoffen" faint nochmals fiir das Gesamtverst~indnis wichtige Hintergrundinformationen zur Stoffanreicherung durch Sedimen- tation und biologische Akkumulation sowie zu komplizierten physioiogisch-~Skologischen Wech- selwirkungen zusammen.
Beim Lesen der folgenden Teile des Buches dr~ingt sich der Eindruck auf, dai~ sie unter wachsendem Zeitdruck entstanden sind: Die "Argumente gegen die These, daf~ der Mens& zur globalen Quecksilberbelastung der Meere beitr~tgt" wirken wenig iiberzeugend, Text und darin zitierte Tabellen widersprechen sich gelegentlich in ihren Aussagen, ebenso manche Zahtenan- gaben. Hinzu kommt ein Mangel, der rich durchweg stSrend bei der Lekttire auswirkt, bei der Ftille der aufgeftihrten Daten in den letzten Abschnitten aber ganz besonders: Die Konzentra- tionseinheiten (mg/kg, #g/l, /~g/m 3, ppm usw.) wechseln sdindig und erfordern dadurch ein laufendes Umdenken.
Der Band schliet~t mit einer Aufz~.hlung yon Gesetzen und internationalen Abkommen zur Eindiimmung der Meeresverschmutzung. Leider fehlt hier eine Diskussion tiber die Wirk- samkeit dieser Gesetze, zumal die wichtigste Quelle yon Verunreinigungen, die stark belastete Atmosph~ire, yon ihnen nicht bertihrt wird. Eine etwas eingehendere Abhandlung miSglicher Gegenmaflnahmen w~ire hier besonders ntitzlich und dem anspruchsvollen Untertitei angemessen gewesen.
Da t~iglich neues Wissen zur Diagnose und Therapie der Meeresverschmutzung produziert wird, besteht eine Notwendigkeit zur Fortftihrung des yon S. A. Gerlach begonnenen Versuchs, tiber den neuesten Stand zu informieren. Die (hoffentlich geplante) zweite Auflage wird eine gute Gelegenheit bieten, aufgez~ihke Schw~.&en zu beseitigen. Trotz aller Datenflut, die das Schreiben eines solchen Buches immer schwerer machen wird, sollte dann auch ein Kapitel tiber • radioaktive Abf~ille nicht mehr fehlen. K. Anger (Helgoland)
Urbach, W., Rupp, W. & Sturm, H.: Experimente zur Stoffwechselphysiologie der Pflanzen. Stuttgart: Thieme, 1976, 330 pp., 99 Abb., 28 Tab., DM 19,80.
Seit dem Erscheinen des "Paech-Simonis" (1]bungen zur Stoffwechselphysiologie der Pflan- zen. Berlin: Springer, 1952) sind fast 25 Jahre vergangen. W~hrend dieser Zeit hat die schon damals sich m~ichtig entfaltende experimentelle Botanik durch EinfiJhrung und breiteste An- wendung immer neuer chemischer und physikalischer Untersuchungsmethoden - besonders auf dem Geblet der Pflanzenphysiologie - eine enorme Ausweitung erfahren. Dieser Entwicklung wurde zum Zwecke der Nachwuchsf~Srderung durch Aufnahme immer weiterer beispielhafier Lehr- und Demonstrationsversuche in das Unterrichtsprogramm Rechnung getragen. Das Fehlen eines modernen Leitfadens fiJr Praktikumszwecke wurde zun~chst durch Vervielf~iltigung der neuen Arbeitsvorschrifien, die in Loseblattform den Praktikanten zug~nglich gemacht wurden, ausgeglichen.
Einer vielgefragten Sammlung yon Photoprlntdrucken solcher Versuchsanleitungen ver- dankt das vorliegende Buch seine Entstehung. Dutch BeschrSnkung auf das Gebiet der Stoff- wechselphysiologie wurden allzu weitrelchende ~berschneidungen mit Schopfers "Experimente zur Pflanzenphysiologie" (Freiburg: Rombach, 1970) vermleden.
Neben altbew~hrten Experimenten, die aus frtiheren, nicht wlederaufgelegten Praktikums- anleltungen - zum Tell in abgewandelter Form - tibernommen wurden, finden sich unter den 90 Versuchsbeschreibungen a~ch viele Anweisungen ftir das Arbeiten mlt modernen Me'get,i- ten und fiir die praktische Anwendung empfindlicher biochemischer und biophysikalischer Nach- weismethoden zur qualitativen und quantitativen Bestimmung der wichtlgsten pflanzlichen In- haltsstoffe und metabolischen Zwlschenprodukte. Umfangreichere Versuche warden zum Teil in mehrere Arbeitsvorg~inge aufgegliedert, so dafg insgesamt Vorschrifien ftir etwa 150 Einzel- versuche angeboten werden.
Beispiel Steubings ("Pflanzen/Skologis&es Praktikum". Berlin: Parey, 1965) als Schul-(S), Kurs- (K) oder Praktikumsversuche (P) gekennzei&net. Dem Benutzer des Buches wird dadurch die Auswaht geeigneter Versu&e fiir einen bestimmterl Unterrichtszwe& sehr erlei&tert.
Die knappen, aber priizisen Versuchsbeschreibungen mit genauer Angabe des Ger~te- und Reagenzienbedarfs lassen in praktischer Hinsicht keine Fragen often. Die theoretis&en Einlei- tungen wurden auf das zum Verst~indnis der wissens&attlichen Problematik und des methodi- s&en Prinzips Wesentli&e beschr~inkt, da das Bu& kein Lehrbu& der Pflanzenphysiologie ersetzen will. Ein umfangrelches Literaturverzei&nis gibt eine gute Orientierungshil£e fiir eine Vertiefung der theoretis&en Kennmisse.
Alles in allem kann dieser handliche und preiswerte Leitfaden Lehrenden wie Lernenden zur Einarbeltung in die moderne Laboratoriumstechnik der experimentellen Botanik und zur Gestaltung eines praxisnahen Biologieunterri&ts guten Ge~dssens empfohlen werden.