Addendum
Buchbesprechungen / Book reviews / Analyses
BARDACH, J. E., RYTItER, J. H. & McLARNEY, W. O.: Aquaculture. The farming and hus- bandry of freshwater and marine organisms. New York, London, Sydney, Toronto: Wiley- Interscience, 1972, 868 pp. 3; 15.95.
Dieses Buch fiilh eine Liicke. Es ist die erste zusammenfassende, kritlsche Darstellung unseres Wissens auf dem Gebiet der Kuhivierung aquatis&er (limnis&er und mariner) Tiere und Pflanzen fiir kommerzielle Zwe&e. Okologis&e, methodische, te&nologische und 5kono- mische Informationen lassen ein objektives Bild entstehen ilber die MSglichkeiten - aber auch die Grenzen - der modernen Aquakuhur und deren Bedeutung far die Ernl/hrung der wachsen- den Menschheit. Es wird nicht verschwiegen, dag viele und gerade die 8konomisch lohnendsten Aquakuhurfarmen Le&erbissen fiir den verwStmten Gaumen produzieren. Von einer Mas- senkuhur mariner Organismen, die geeignet w~ire, den Proteinbedarf breiter BevSlkerungs- schi&ten - vor allem in den schlecht versorgten Entwi&IungsI~indern - de&en zu helfen, sind wir no& welt entfernt.
,Aquaculture" enth~ih 43 Kapitel, in denen vor atIem einzelne Arten oder Gruppen abgehandeh werden. Besonders ausfilhrliche Kapitel sind den Karpfen, Vertretern der Ord- nung Nematognathi, Mitchfischen, Salmonlden, Garnelen und Austern gewidmet. Angesi&ts der grogen Fiille aquatischer Lebensformen ist die Liste der kultivierten Arten aut~erordent- lich kurz und sporadisch. Hier wird in der Zukun~ noch viel Pionierarbeit zu leisten sein. Populationsgenetik (Selektion besonders geeigneter Rassen), Pathologie und Erniihrung ver- harren vielfa& noch im vorwissens&aRli&en Anfangsstadium. Hier erSffnen rich weite, lohnende Bet~itigungsfelder far experimentelle i2ikologen.
Die Literaturhinweise wurden recht global behandelt und weisen empfindilche Lii&en auf. Das erschwert dem Anflinger die Einarbeitung und dem Fachmann die 12Ibersi&t iiber an- grenzende Gebiete. Die Autoren haben iedoch zahlrei&e Praktiker interviewt und auf diese Weise wichtige zus~itzliche Informationen in ihr Buch aufnehmen kSnnen.
Insgesamt wird uns bier ein wi&tiges Werk an die Hand gegeben - ein Meilenstein auf dem Gebiet der kommerzMIen Zu&t wasserlebender Organismen. Abet au& der Grundlagen- forseher kann diesem Buch viele interessante Details und Anregungen entnehmen.
O. KINN~ (Hamburg) HUET, M.: Textbook of fish culture, breeding and cultivation of fish. London: Fishing News Books 1972, 436 pp. £ 12.50.
lich angelegten Teichen, die natfirliche Nahrung und das Wachstum kultivierter Fische be- schrieben. Der zweite Tell befaflt sich mit den Methoden der ktinstlichen Erzeugung yon Brut und Besatz sowie den Techniken der Fischzucht ftir Salmoniden und Cypriniden im Kaltwas- ser, der Vermehrung yon Welsen, der Zucht barschartiger Fische und der Mast yon Aalen. Weitere Kapitel befassen sich mit der Problematik der Fischzucht in Reisfeldern und der Aquakultur im Brackwasser, insbesondere yon Milchfisch und Meer~ische. Dabei sind vielf~ltige regionale Aspekte herausgearbeitet worden. Der dritte Tell des Budies befal~t sich mit den MSglichkeiten der intensivierten Produktion unter kontrollierten Bedingungen (Dtingung, ktinst- liche Fatterung und Ertragsoptimierung durch gezielten Besatz). Ein kurzgefat~tes Kapitel fiber die Fischkrankheiten geht auf die Methoden der Prophylaxe, Hygiene und Desinfektion yon Teichanlagen und auf die wesentlichsten Erkrankungen bei Salmoniden und Cypriniden ein. Im Anhang findet man eine Liste der haupts~chlich kultivierten Fischarten (tiber 120) sowie ein nach Kapiteln aufgegliedertes - allerdings Rickenhat~es - Literaturverzeichnis (berticksich- tigt ist die Literatur nur bis zum Jahre 1969). Der reich illustrierte Band (tiber 500 Abbil- dungen) gibt neben einer Ftille yon Einzelinformationen, einen guten Uberblick fiber die we- sentlichsten Entwicklungen der Aquakultur im Stif~- und Brackwasser. Diesem Buch, dessen Verfasser ein Leben lang die Aquakulturmethoden in aller welt studiert hat, ist eine weite
Verbreitung zu wtinschen. H. ROS~NTHAL (Hamburg)
Fish farming international, 1 (1973) ft. Surrey, Fishing News Books. £ 3.00.
Mit dem ersten HeR dieser neuen Reihe wendet sich der Herausgeber mehr an den Prak- tiker als an den Wissenschat~ler. Wie in der yore gleichen Verlag herausgegebenen Zeitschrif~ ,,Fishing News International" fiberwiegt darum auch bier die Berichterstattung mit 33 Bei- tr~igen tiber die Zahl der Originalarbeiten (insgesamt elf), yon denen nut zwei ein Literatur- verzeichnis aufweisen. Anders als beispielsweise in den ZeitschrifLen ,,Progressive Fish-Cultu- rist" und ,,Aquaculture", die ausschliel~lich wissenschafLliche Orlginalarbeiten verSffentlichen, wird hier der Versuch unternommen, den an der Aquakultur Interessierten in allgemein ver- sr~indlicher Form tiber die in der Fachliteratur welt verteilten Arbeiten zusammenfassend zu informieren und fiber kommerzielle Untersuchungen und Planungen sowie tiber die Fort- schritte in verschiedenen L~indern zu berichten. Die Qualit~t der Beitr~ige schwankt erheblich. Den fachkundigen Leser tiberrascht die vielfach sehr optimistische Darstellungsweise. Es fehit zudem jede Orientierungshilfe, die durch eine Sachgliederung nach regionalen oder nach syste- matischen Gesichtspunkten leicht zu erreichen w~ire. Die Beitr~ge sind wahllos aneinanderge- reiht und ofLmats ohne Autoren- und Quellennachweis. Einige Publikationen allgemeiner Art k6nnen als fibersetzte ZweitverSffentlichung angesehen werden. Die am Schlufl des Bandes publizierte Bibliographie zur Aquakultur yon Meeresfischen zitiert lediglich 138 Arbeiten, wovon alleln 57 Literaturstellen die Arbeiten englischer WissenschaRler betreffen und nur elf Zitate ans dem Jahre 1972 stammen. Zahlreiche ffir den Wissenscha~ler wie ftir den Praktiker wichtige Publikationen der letzten Jahre bleiben ungenannt, viele aus der Sekund~irliteratur stammende Beitr~ge sind dagegen aufgefiihrt. Der Herausgeber w~ire gut beraten, die Zeit- schriit in ~ihnlich fibersichtlicher Form zu gliedern, wie der Leser dies yon dem viertelj~ihrlich erscheinenden ,,FAO-Fish Culture Bulletin" gewohnt ist. H. ROSENTHAL (Hamburg) A~LACHER, E.: Taschenbuch der Fischkrankheiten. Ffir Veterin~rmediziner und Biologen. 2. erw. Aufl. Jena" VEB Fischer, 1972, 378 pp. 28,- M.
Erreger der viralen hS.morrhagischen Septik~imie der Forellen, des Pockenvirus des Karpfens und des Lymphocystisvirus) die sfiirkste Erweiterung erfahren. Zahlreiehe neu auftretende bzw. neu erkannte Krankheiten wurden bes&rieben. Das Buch zeichnet si& im Vergleich zu anderen Werken tiber Fischkrankheiten insbesondere dadurch aus, dat~ die Pathophysiologie mit ihren morphologischen Disziplinen stlirker betont wurde, als die erniihrungsphysiologischen und bakteriologisch-virologischen Arbeitsrichtungeu. Auf Wuns& der Veteriniirmediziner hat der Verfasser die histo-pathologische Deutung der Krankheitsbefunde besonders vertiePc.
Das Buch ist klar gegliedert, praxisnah und versfiindlich. Bei der Besprechung der einzel- nen Krankheiten und Parasiten wird stets in gleicher Reihenfolge Diagnostik, Untersuchungs- technik, Atiologie und Pathogenese, pathologis&e Histologie und Histochemie, Therapie, Prophylaxe und Hygiene abgehandelt. Hervorragende Abbildungen ergS-nzen den Text. Das Werk wird auch weiterhin einen ffihrenden Piatz unter den Biichern fiber Fischkrankheiten
einnehmen. H. ROSENTHAL (Hamburg)
NONN, H.: G6ographie des Littoraux. Paris: Presses Universitaires de France, 1972, 238 pp., 7 pp., 21 FF.
Im ersten Teil wird eine exemplarische Obersicht verschiedener Morphologien und Genesen yon Kiisten pr~isentiert. Der gr~5t~te Teil der Beispiele ist der Geographie Frankreichs enmom- men. Der zweite Tell behandelt Besiedlung und S&utz yon Kiisten sowie typische litorale WirtschaPtsformen. Von besonderem Interesse sind die der Fis&erei und Aquakultur gewid- meten Kapitel. Hier sind neueste Daten fiber Ausmat~ und wirtschaftliche Bedeutung nicht nur yon Fischerei, sondern vor allem auch yon Muschelzucht (Austern, Perlmuscheln, Mies- mus&eln) zusammengetragen worden. Entsprechendes gilt auch ffir das dem Tourismus ge- widmete Kapitel. Frankreich und frankophone L~inder erfahren hier wieder neben Italien be- vorzugte Beriicksichtigung. Im Schlugkapitel ,,Kiisten und Landschat~splanung" wird das wich- tige Problem gegenseitiger Beeinflussung yon Fis&erei und Aquakultur und Massenrourismus nur gestreit~. Dies ist ein deutlicher Hinweis flir die Notwendigkeit ausgiebiger interdiszi- plin~irer angewandter Forschung auf diesem Gebiet. Der Rahmen dieses Buches ist autKerdem zu weit gespannt, um die anges&nittenen Probleme ausf[ihrlich behandeln zu k6nnen.
W. K. B~scH (Karlsruhe) VAGNEt~S, J. & MA~, P.: Oil on Puget Sound. An interdisciplinary study in systems engi- neering. Seattle, London: University of Washington Press, 1972, 629 pp., $ 10.--.
Der Puget Sound ist eine stark verzweigte und inselreiche Bucht an der Grenze der USA und Kanada. Die Verbindung zum Pazifik wird durch die Juan-de-Fuca-Strat~e hergestellt. Sie ist durch wachsende Grot~sfiidte und Industrie einer steigenden Verschmutzung unterworfen, wobei die Cilindustrie einen wesentlichen Belastungsfaktor darstellt.
Im Rahmen zweker je dreimonatiger Kurse wurde yon fiinf Wissenschahlern und 27 Stu- denten der Universitiit des Staates Washlngton/USA eine umfangreiche Materialiensammlung fiber die Verunreinigung des Puget Sound durch Cil angefertigt und in Buchform ver6ffentlicht. Die Autoren vertreten 13 verschiedene Disziplinen, jedoch dominieren bei weitem Adimini- stration, Recht und Ingenieurswesen.
Die Studie gliedert slch in ffinf Sektionen und 13 Anhangskapitd. Der Text wird durch 84 meist ganzsekige Graphiken erg~inzt. Nach einer einffihrenden Darstellung der Verschmut- zungssituation wird die Hydrographie, Geographie, Besiedlung und Industrie des Puget Sound Gebietes beschrieben. Die Verschiffung und Handhabung yon (51 und ~lprodukten werden er- l~iutert. Statistiken mit Wertangaben der kommerziellen- und Sportfischerei sowie des Frem- denverkehrs erg~inzen die Ausfiihrungen fiber die wirtschaPdiche Bedeutung dieses Gebiets. Welche Summen die Industrie zur Reinhaltung der Gew~isser aufwendet, konnte yon den Autoren nicht in Erfahrung gebracht werden.
saugmittel und deren Lieferfirmen sowie die mechanische Entfernung des iJles werden detail- liert aufgefiihrt.
Die gesonderte Bibliographie enth~ilt 91 Literaturangaben. Sie besteht fast ausschliet~lich aus Ver6ffentliehungen, die in den USA erschienen sind. Die Anfiihrung yon ,,Reports" nimmt hierbei einen breiten Raum ein. Weitere Literaturangaben, Hinweise und Erl~uterungen sind fiber 24 sogenannte Endnoten auf die verschiedenen Unterkapitel verteilt.
In den Anhangskapiteln werden u.a. behandelt: gesetzliche Vorschritten, Ablauf eines gr~Sf~eren C~lunfalls, theoretische Leistungsf~ihigkeit yon Schlengelsperren, Kritik am einem Symposium, Verhalten des C~les im ,,Environment"; Register sind nicht vorhanden.
Das Buch ist ein Alptraum f/ir jeden Referentenl Ein gewaltiges Ergebnismaterial der verschiedensten Richtungen ist kritiklos aneinandergeh~iuft. Wichtiges geht in Allgemeinheiten unter, Unsinnigkeiten (z. B. Annahme des Verschwindens einer Ver/51ung dutch Mikroorganis- men innterhalb yon zwei Tagen) stehen neben Banalit~ten (z. B. Primitivdefinition des pH und anderer GrtSf~en). Die Darstellung ist so breit wie mtSglich gehalten. Auf~eramerikanische Arbeiten werden praktisch nicht zur Kennmis genommen, selbst wenn sie zur LSsung yon ge- stellten Fragen beitragen, aber auch die Kennmis der in den USA angefertigten Arbeiten ist beschr~nkt. Die meisten Literaturangaben sind so unvollstiindig, daf~ ein Zugang zur Quellen- literatur nicht mfglich ist. Es fehlen entweder die Jahreszahlen und Bandzahlen oder es werden nut Autor und Titel der Arbeiten genannt; mitunter wird sogar nur die Zeitschri~ angeftihrt. Verschiedene Autoren werden breit zitiert, aber ihre Arbeiten sind im Literaturverzeichnis nicht auffindbar, L~ingst bekannte Fakten, wie z.B. die Ursachen der Entstehung der Wasser- in-ES1-Emulsionen (s. S. A. B~Rt~iI)c~ et al. im Journal of the Institute of Petroleum, London 1968) werden als Problem aufgeworfen.
Obwohl aueh der eingearbeitete Fachkollege hier und da etwas Neues fiber die speziellen Bedingungen im Puget Sound erfahren kann, mut~ der hier publizierte Versuch, einen inter- disziplin;,iren Beitrag zur Umweltsituation zu liefern, als gescheltert beurteilt werden: ,,Jugend forscht" - aber ,,so nicht!" W. GUNtiEL (Helgoland) WEN'T, A. E. J.: Seventy years agrowing. A history of the International Council for the Exploration of the Sea. Rapp. P.-v. R6un. Cons. perm. int. Explor. Mer 165, 1972, 252 pp., Zum Jubil[ium des 70j[ihrigen Bestehens (1972) des Internatlonalen Rates fiir die Er- forschung des Meeres (ICES) wird mit diesem Buch eine Geschichte der Griindung, des durch die beiden Z~isuren der Weltkriege wechselvollen Schicksals und der T[itlgkeit der ~iltesten und bedeutendsten internationalen Vereinigung fiir Meeresforschung vorgelegt. Verfasser, als fiih- render Fischereiforscher und Vertreter Irlands seit dem Ende des zweiten Weitkrieges stiindiges aktives Mitglied des Internationalen Rates und 13. Pr~isident (1966-1968), kann sich bei seiner Darstellung auf elngehende persSnliche Kenntnisse und auf ein griindliches Quellen- und Archivstudium stiitzen.
Die Griinde ftir das Zustandekommen der internationalen Zusammenarbeit und des orga- nisatorischen Zusammenschlusses sind bekannt. Die in der zweiten H~i1~e des vorigen Jahr- hunderts einsetzende rapide BevSlkerungszunahme der Industrienationen hatte elne st[ndige Intensivierung der Seefischerei zur Folge, die durch die Fortschritte der Technik gefSrdert wurde. Die Einsicht, daf~ der Reichtum des Meeres nicht unerschSpflich ist, daf[ vielmehr die Gefahr der Uberfischung und des Raubbaues drohte, fiihrte notwendig zu der weiteren Er- kennmis, daf[ elne rationale Nutzung der Seefischbest~inde nur mit Hilfe der Kenntnis der chemisch-physikalis&en und biologischen Grundlagen mSglich ist. Bei der Ausdehnung der gemeinsam genutzten Fischereigebiete, bei der Vielfalt und komplexen Natur der zu unter- suchenden wissenschaRlichen und praktischen Fragen waren die notwendigen Kenntnisse nur durch die Znsammenarbelt der Meeresforscher und FischereiwissenschaRler der Anliegerstaaten der Nord- und Ostsee und der nilheren Gebiete des Nordatlantik zu gewinnen, die damals die wichtigsten Fischereigebiete waren.
mente fiir die Art der Organisation, ftir die Person des ersten Pr~sidenten und des General- sekrefiirs sowie fiir den Sitz des Biiros dargestellt werden, verdient mehr als historisches Inter- esse. Die vorbereitenden Konferenzen (1899 in Sto&holm, 1901 in Kristiania) fiihrten zum Erfolg der Grtindungskonferenz 1902 in Kopenhagen, wo das Btiro mit seinen administrativen Einri&tungen und die hydrographische Sektion ihren st~ndigen Sitz bekamen. Wir erfahren, dag der unmittelbare Fortschritt auf wissens&aPdichem wie praktischem Gebiet wohl in keiner Zeit so grog gewesen ist wie in den Griinderjahren und der Anfangsphase (bis zum ersten Weltkrieg etwa), als die Zahl der beteiligten L~inder (anfangs a&t: D~inemark, Deutschland, Finnland, Grogbritannien, Holland, Norwegen, Rugland, S&weden) und die Zahl der Ar- beitskomitees (zuerst drei: A fiir die Wanderungen der Nahrungsfische, B flir Uberfischung, C ftir die Ostsee) erhebli& geringer waren als sp~ter, als abet der Enthusiasmus und die inten- sive Arbeit der Forscher das solide Fundament gelegt haben, auf dem Meeres- und Fischerei- fors&ung heute noch ruben. Die Arbeit des Zentrallaboratoriums, dessen Direktor F. NANSEN war und das in Kristiania yon 1902 bis 1908 bestanden hat, trug mit der Entwi&lung und Er- probung yon Untersu&ungsmethoden und Apparaturen wesentlich dazu bei.
Gut die H~ilflce des Buches gilt der 13bersi&t tiber die Jahresversammlungen, die in jedem Jahr mit kurzen Unterbrechungen wiihrend der beiden Weltkrlege stattgefunden haben und Ausdru& der kontinuierlichen Arbeit des Rates sind. HShepunkte waren die Jubii~umsver- sammlung der Jahre 1927, 1952, 1972. Augerdem wird das Jahr 1964 eigens hervorgehoben, in dem die langj~ihrigen Bemiihungen, auch internationalen Status zu erlangen, yon Erfolg ge- kriSnt waren. Dieser Tell des Buches vermittelt ein anschauli&es Bild der T~itigkeit, der Ar- beitsweise und Bedeutung des Rates, da stets auch kurz auf die jeweils behandelten wi&tigsten Fragen wissenschat~li&er, administrativer und finanzieller Art hingewiesen wird. Die best- mSgli&e Nutzung der Seefischbest~inde und Maflnahmen zur Vermeidung der r3berfischung sind stets das zentrale Anliegen der Arbeit gewesen, in dern sich eine Fiille der vers&iedensten Aspekte und Teilfragen hydrographischer, biologis&er und statlstischer Natur vereinigt, deren Untersuchung Aufgabe der Sektionen, Komitees und Subkomitees war.
Ferner unterrichtet das Buch tiber die heutige Organisation und bringt eine Liste der bis- herigen Pr~isidenten und anderer ftihrender PersSnli&keiten mit kurzen biographischen No- tizen. Die Photographien geben rot allem diesem Tell des Bu&es historischen Weft. Das hydrographis&e Programm, dem stets ein wesentlicher Tell der Arbeit des Rates gegolten hat, wird in einem eigenen Abschnitt erl~iutert; es ist vor allem mit der bekannten Pers/Snlichkeit yon M. H. C. K~UDS~N verbunden. Ein wichtiges Kapitel ist ferner die Zusammenstellung der Publikationsorgane und der umfangrei&en Publikationst~itigkeit; es schliegt sich eine Uber- sicht tiber die Zusammenarbeit mit den anderen internationalen Gremien der Meeresforschung an, die vor allem nach dem letzten Krieg entstanden sin& In einem kurzen Schlugwort werden die wesentllchen Erfolge der T~tigkeit des Rates und seine allgemeine Bedeutung no& einmal zusammenfassend gewtirdigt.
Das Bu& ist nach seinem Zwe& und seiner Anlage ftir die aktiven Mitglieder des Rates, ftir Experten und politische Delegierte yon besoriderem Interesse, dariiber hinaus aber auch filr jeden Meeresforscher, da die T~tigkeit des Rates mit der allgemeinen Entwi&lung der Meeres-
fors&ung unlSsbar verbunden ist. B. W~RNEt~ (Hamburg)
Bocoxov, V. G. (Hrsg.): Fauna of the Kurile-Kamchatka Trench and its environment. (Proc. Shirshov Inst. Oceanology) Vol. 86, Jerusalem: Israel Program for Scientific Trans- latlons, 1972, 573 pp., £ 18.25.
In diesem Buch berichten 33 Wissenschafiler tiber Teilergebnisse der russischen Expedition mit dem FS ,,Vityaz" zu dem Kurilen-Kamtschatka-Graben. Die Expedition wurde geplant und geleitet yon dem bekannten, ktirzllch verstorbenen Meeresforscher L. A. ZENKEWrTSCH; sle wurde yore 7. 7. bis 14.9. 1966 durchgefiihrt.
fl~iche und Meeresboden einerselts und zwlschen den flachen Kiistengew~issern der Kurilen und der Tiefsee ( > 9000 m) andererseits zu erhalten sowie die Wechselwirkung zwischen Fauna und Umwett aufzuhellen. Speziell interesslerten ZrNr~wlxscM der Stoffumsatz in diesem Ge- bier, die Verteitung des Planktons, die Mikrobiologie sowie die Verbreitung der Evertebraten und Fische in Abh~ingigkeit von Wasserzirkulation, -temperatur, chemischer Beschaffenheit des Wassers nnd der Bodentopographie.
Eine syn~Skologische Betrachtungsweise, wle sie Z~NSa~WXTSCH vorgesdawebt hat, finder man in diesem Buch nicht, vielmehr wird in 28 Einzelbeitr~gen yon recht unterschiedlicher Qualit~t und Griindlichkeit (ein Nachteil aller Mehr-Autoren-Biicher) und ohne inneren Zu- sammenhang iiber Teilergebnisse des Unternehmens berichtet.
Es ist nattirlich nicht m~Sglich, in dieser kurzen Rezension alle 28 Titei zu erw~ihnen und zu wiirdigen. Die ersten 7 Arbeiten befassen sich mit Hydrographie, -physik, -chemie sowie Bodenfiguration und Sedimentablagerung. Auf etwa 100 Seiten (5 Beitr~ige) werden Prim~ir- produktion, Planktonverteilung und Bodenforaminiferen abgehandelt. Es folgen Beitr~ige iiber verschiedene Tiergruppen (Porifera, Siphonophoren, Pennatularien, Cirripedien, Mysideen, Isopoda, Tanaidaceen, Hyperiden, Gammariden, Crustcea-Reptantia, Halacariden, Brachio- poden, Holothurien und Ascidien), die weniger ~5kologisch als taxonomisch ausgerichtet sind und eine Reihe Erstbeschreibungen neuer Tiergattungen und -arten enthalten. Den Schlut~ bildet eine kommentarlose Aufz~ihlung der mit den verschiedensten Ger~iten erbeuteten pela- gischen und benthischen Fischarren, deren Bestimmung his zur Art in vielen F~illen aber noch aussteht.
Wet sich schnell iiber den Inhalt orientieren will, findet im Anhang die Kurzreferate aller 28 Arbeiten zusammengestellt.
Abgesehen yon den wenigen Photographien sind die Abbildungen yon guter Qualit~it. W~hrend Hydrographen und Systematiker das Buch mit grot~em Nutzen lesen werden, wird es der ~Skologisch interessierte Meeresbiologe mit einiger Enttiiuschung aus der Hand legen. A. Ko~rTrtAus (Hamburg) BOUSHE~D, E. L.: Shallow-water Gammaridean Amphipoda of New England. Ithaca, New York: Cornell University Press, 1973, 312 pp., $ 17.50.
Im Jahre 1962 wurde durch das Marine Biological Laboratory in Woods Hole (Mass., USA) ein ,Systematics-Ecology Program" ins Leben gerufen, welches das Ziel verfolgte, die Kenntnis der Meeres- und Bra&wasserorganismen im Kiistengebiet yon New England zu erweitern und zu vertiefen. Im Rahmen dleses Vorhabens hat Bousri~LI) die Bearbeitung der Gammaridea iibernommen, die in diesem Gebiet, zwischen Long Island und dem Gulf of Maine, etwa 90 °/o der Amphipodenfauna ausmachen. Die vorliegende Monographie stellt unter Einbeziehung anderer einschl~giger Arbelten das Ergebnis dieser taxonomischen Revision dar. Sie umfa!~r 200 Arten, darunter eine Reihe yon Neubeschreibungen, die dem marlnen LitoraI, Astuarien und semiterrestrischen Biotopen entstammen; auch epig~ische Sii~wasser- formen aus kiistennahen Regionen sind beriicksichtigt. 125 Arten sind mit alien wichtigen diagnostischen Merkmalen abgebildet. Die sehr sorgf~iltig ausgef~ihrten Strichzeichnungen hat R. yon ARx zu dem Werk beigesteuert. Dichotome Bestlmmungsschliissel fiihren sowohI zu den Familien als auch zu den Arten hin. Neben einer knappen morphologischen Charakte- ristik erf~hrt jede Species eine kurze Beschreibung der geographischen Verbreitung, des /Sko- logischen Verhaltens und des Fortpflanzungszyklus.