BERLINER SYMPHONIKER & OMAR MASSA

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BERLINER SYMPHONIKER

& OMAR MASSA

NUEVO TANGO CONCERTOS BY PIAZZOLLA AND MASSA

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BERLINER SYMPHONIKER & OMAR MASSA

NUEVO TANGO CONCERTOS BY PIAZZOLLA AND MASSA OMAR MASSA

CONCERTO FOR BANDONEON AND CHAMBER ORCHESTRA,“BUENOS AIRES-BERLIN”

01 1. PROLOGUE & TANGO 6:47

02 2. PRAYER, ADAGIO 3:25

03 3. TANGO SCHERZO, FINALE 3:36

04 BUENOS AIRES RESONANCES for Bandoneon and Strings

(World Premiere Recording) 5:07 05 NEGRO LISO (Cadenza – Introduction to Tango Legazy) 3:16

06 TANGO LEGAZY for Bandoneon and Strings 5:39

ASTOR PIAZZOLLA

BANDONEON CONCERTO “ACONCAGUA” FOR BANDONEON, STRINGS ORCHESTRA AND PERCUSSION

07 I ALLEGRO MARCATO 7:39

08 II MODERATO 8:17

09 III PRESTO 7:11

10 TANGAZO: VARIATIONS ON BUENOS AIRES FOR ORCHESTRA 16:08

Total time: 67:28

Produced by Berliner Symphoniker

Recording Producer: multiart ∙ Recorded, edited and mixed by Holger Schwark

Assistant engineer: Max Engel ∙ Recorded at Hohenzollernsaal Berlin ∙ Date: 15.02.–19.02.2021

© Warner Chappell Music Argentina Pictures Cover Photo: Michael Reinicke Booklet Text: Anne Uerlichs

Artwork & Layout: CC.CONSTRUCT, Barbara Huber

Astor Piazzolla en 1975 Libro ”Grandes Maestros de la fotografia argentina“ Bagó

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VORWORT

Vor 100 Jahren wurde Astor Piazzolla, der große argentinische Komponist und Bandoneon-Spieler geboren.

Er war von der Musik Bach, Mozarts und Chopin fasziniert und wollte große Klassik komponieren wie sie. Von Alberto Ginastera erhielt er Unterricht in Orchestration, Komposition und Dirigieren, außerdem in Literatur und Dichtung. Er erhielt ein Stipendium für ein Studium in Paris bei der berühmten Pianistin und Komponistin Nadia Boulanger. Diese brachte ihn dazu, seinen eigenen Stil zu bewahren und zu perfektionieren.

Der Komponist und Bandoneonspieler Omar Massa stammt aus Buenos Aires und lebt seit 2019 in Berlin.

Er wird von Musikkritikern als Nachfolger Astor Piazzollas gesehen, dessen Werk er seit seinem sechsten Lebensjahr zur Aufführung bringt. Omar Massa gilt als ein Botschafter und Vermittler der argentinischen Musik, indem er nicht zuletzt auch mit seinem eigenen kompositorischem Werk Brücken zur klassischen Musik schafft. Omar Massa vereint minimalistische und meditative Räume, impressionistische Farben, neue Metren und erweiterte harmonische Sprache, ohne die innere Melancholie des authentischen Nuevo Tangos zu verlieren, und trägt die Musik von Buenos Aires ins 21. Jahrhundert.

OMAR MASSA

Concerto for Bandoneon and Chamber Orchestra »Buenos Aires – Berlin«

1. Prologue & Tango 2. Prayer, Adagio 3. Tango Scherzo Finale

Als der argentinische Bandoneonspieler und Komponist Omar Massa mit 19 Jahren zum ersten Mal für einige Monate in Berlin weilte, fühlte er sich gleich zu Hause. Viele Jahre später wird die Stadt für ihn ganz zur neuen Heimat – zeitgleich mit der Feier der 25jährigen Städtepartnerschaft zwischen Buenos Aires und Berlin im Jahr 2019. Anlässlich dieses Jubiläums wird Massa von der argentinischen Botschaft beauftragt, ein Stück für ein Gala-Konzert zu komponieren. Im »Concerto for Bandoneon and Chamber Orchestra«, das Streichorchester noch um ein Klavier ergänzt, reflektiert er die Verbindung, die er zwischen den beiden Partnerstädten empfindet und dazu auch seinen eigenen Lebensweg.

Im ersten Satz Prologue & Tango führt eine langsame wehmütige Einleitung der Streicher zu einem zu- nächst von Klavier und Bandoneon gespielten Tango, ganz im Stile Piazzollas. Streichorchester, Klavier und Bandoneon spielen sich dabei unentwegt die Bälle zu, entwickeln die Ideen weiter und finden ein gemein- sames Ende, allerdings stets unterbrochen von gesanglichen Momenten. Den zweiten Satz Prayer, Adagio dominiert eine elegische bittersüße Melodie, die zunächst das Bandoneon über einem düsteren Klangtep- pich von Klavier und Streichern vorstellt und dann von diesen fortgeführt wird, während das Bandoneon bisweilen kapriziös verzierend begleitet. Der letzte Satz Tango Scherzo Finale beginnt mit einem schnellen

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Fugato des Orchesters und führt nach großer Steigerung in einen elegischen, wehmütigen Mittelteil, um danach das rhythmische Thema des Anfangs wieder aufzugreifen und überraschend zu enden.

Die Uraufführung fand am 19. Mai 2019 mit Streichern der Berliner Symphoniker in der Berliner Philhar- monie statt.

Buenos Aires Resonances

Dieses Stück für Bandoneon und Streichorchester widmet Massa seiner Mutter Alicia Casal. So möchte er ihr auch über die große Distanz zwischen Argentinien und Deutschland hinweg nahe sein. Die Musik schildert seine Sehnsucht nach Familie, Freundinnen und Freunden sowie nach seiner Heimatstadt Buenos Aires: »Ich schreibe die Musik, um dadurch mit meinen Lieben verbunden zu sein und sie mit mir.«

In diesem Stück dienen der pulsierende Bass, flirrende Violinen und Violen dem Bandoneon als Unter- grund, über den es eine sehnsuchtsvollen Melodie spinnt. Diese wird von den Violinen aufgegriffen, weiter- entwickelt und zu Ende geführt.

Unterbrochen von einem kurzen unruhig zitternden Einschub, geht es zurück zur elegischen Stimmung des Anfangs – dieses Mal zunächst in den Violinen, begleitet von gezupften, abwärts sequenzierten Bass- figuren. Dann übernimmt das Bandoneon mit der anfänglichen Motivik, stets begleitet vom erst vorwärts- drängenden und sich dann wieder beruhigenden Bass, bis schließlich alles zum Stillstand kommt. Auffallend ist der unruhige 5/8-Takt des Stückes; trotzdem schafft es Massa, die melancholische Grundstimmung beizubehalten.

Tango Legacy

»Tango Legacy« für Bandoneon und Streichorchester, ein musikalisches Manifest zu Ehren Astor Piazzollas, entstand anlässlich dessen 100. Geburtstags 2021.

Das Stück beginnt mit dem Bandoneonsolo »Negro Liso (Astor’s Voice)«, eine Hommage Omar Massas an Piazzollas Instrument, das Massa bereits – als einziger Künstler überhaupt – spielen durfte. Eine Piazzol- la-typische, absteigende Basslinie folgt – die ersten Takte aus Piazzollas »Concerto para Quinteto« zitierend – als persönliche Würdigung Piazzollas. Über einem sich wiederholenden und stetig drängenden Bassmotiv erklingen Tango-Rhythmen in Bandoneon und hohen Streichern. Diese bereichern mit Glissandi und Tremoli das Farbspektrum und schrauben sich mit dem Bandoneon wechselnd immer weiter in die Höhe. Die Violi- nen leiten anschließend in einen gesanglichen Moment über, der nach einer bizarr anmutenden Linie parallel aufwärtssteigender Tritoni im gesamten Orchester jäh abbricht. Nach kurzer nachdenklicher Kadenz des Bandoneons erzeugen die Streicher eine fragile, flirrende Atmosphäre, aus der sich das Bandoneon zart erhebt. Zum Schluss finden alle Instrumente gleichberechtigt in einer lyrischen Stimmung zusammen, bis die absteigende Basslinie und die Themen des Anfangs erneut aufgegriffen und zu einem geradezu archai- schen, aber doch verspielt wirkenden Abschluss geführt werden. Impressionistische Stimmung, farbenrei- che, minimalistische Klänge vermischen sich hier mit klassischen Tangoelementen.

Mit »Tango Legacy» zeigt der Komponist: Der Tango Piazzollas lebt und entwickelt sich immer weiter.

Massa wünscht sich: »May we, the tango musicians of the new millennium, keep alive his [Piazzollaʼs] spirit of search and creativity among us!«

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Alle Werke Omar Massas stehen zwar in der Folge Astor Piazzollas und des Tangos im Allgemeinen – schnelle Rhythmen und Synkopen, abrupte Wechsel und Brüche, elegische Melodien, Glissandi und perkussive Spiel- techniken in den Streichern, dazu virtuosestes Bandoneonspiel – allerdings hebt Massa den Tango Nuevo auf eine neue Ebene, indem er beispielsweise asymmetrische Metren verwendet oder impressionistische Momente erschafft.

Omar Massa verknüpft dabei Altbewährtes mit neuen Elementen und entwickelt so eine ganz eigene Tonsprache.

ASTOR PIAZZOLLA Concierto para bandonéon 1. Allegro marcato 2. Moderato 3. Presto

Sein 1979 entstandenes Bandoneon-Konzert »Aconcagua« – benannt nach Südamerikas höchstem Berg Cer- ro Aconcagua – komponierte Astor Piazzolla im Auftrag des polnisch-argentinischen Dirigenten und Geigers Simón Blech.

Während der erste Satz Allegro marcato rhapsodisch angelegt ist, die rhythmischen Grundmuster sich stetig weiterentwickeln und in einer elegischen Kadenz des Bandoneons münden, aber zum Schluss hin

wieder aufgegriffen werden, gilt der zweite Satz Moderato eher als Hommage an den Auftraggeber und dessen polnische Wurzeln: hier lassen sich Anklänge an Nocturnes von Fryderyk Chopin eher erahnen als die Tangorhythmen der Ecksätze. Das klagende Spiel des Bandoneons wird dabei von Harfe, Klavier und Solostreichern gestützt.

Im dritten Satz Presto spielt Piazzolla mit der barocken Konzertform – Solo und Orchester wechseln sich nach einer gemeinsamen Themenvorstellung fulminant ab und münden nach einer Generalpause und einer wehmütigen Klage des Bandoneons in ein opulentes, melancholisches, doch stets pulsierendes Finale, immer begleitet von den charakteristischen Klängen der Guiro.

Tangazo

Astor Piazzollas 1970 in Washington, D. C., uraufgeführtes Werk Tangazo beginnt ungewöhnlich: aus der Tiefe entwickelt sich nach und nach eine düstere Melodie in Bässen und Celli, die an einen Passacaglienbass erinnert. Diese wird sodann von den übrigen Streichern aufgegriffen und fortgesponnen. Nach diesem Em- porstieg entspannt sich die Musik und die Holzbläser bieten einen hektischen Tango dar.

Die typischen Percussioneffekte, Glissandi und rhythmischen Synkopen der Streicher, unterstützt vom Schlagwerk, bilden dabei das Gerüst. Nach einer lyrischen Phase mit Hornsolo, steigert sich die Intensität zusehends und die Musik wird pochender und drängender; doch immer wieder unterbrochen durch klagen- de Passagen. Der unruhige erste Tango des Stückes wird nun erneut von einzelnen Bläsern und alsbald vom

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gesamten Orchester aufgegriffen, aber abrupt beendet. Erneut schwerfällig einsetzend, verschwindet die Musik nach und nach im Nichts.

Piazzolla selbst soll von der Uraufführung nicht sonderlich begeistert gewesen sein: den klassisch aus- gebildeten Musikern fehlte es seiner Meinung nach an »Salz und Pfeffer«.

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OMAR MASSA (*1981)

Geboren und aufgewachsen in Buenos Aires, lebt Omar Massa seit 2019 in Berlin und gilt als Nachfolger Astor Piazzollas – gleichermaßen als Komponist und Bandoneonvirtuose.

Neben dem Besuch zahlreicher Meisterkurse und Privatunterrichte studierte er Komposition bei Guil- lermo Pozzatti (National Conservatory of Music) in Buenos Aires. Massa tritt sowohl mit seinem eigenen großen Œuvre (wie der »Suite Patagonia« und »Concertango«, 2013 in Mexiko uraufgeführt, sowie den vor- liegenden Werken) immer wieder auch solistisch und kammermusikalisch mit der Musik Astor Piazzollas auf – dies schon seit frühester Kindheit. Zudem ist er der einzige, dem es die Familie Piazzolla bis jetzt gestattete, das Bandoneon seines Vorbildes Astor Piazzolla zu spielen.

Die vorliegende Aufnahme aber entstand mit einem von Alfred Arnold 1937 gebauten Bandoneon, das der Instrumentenbauer Carsten Heveling restauriert und Omar Massa zur Verfügung gestellt hat.

Weitere Informationen finden sich auf https://reinicke-artists.com/omar-massa.

ASTOR PANTALEÓN PIAZZOLLA (1921–1992)

Der Komponist, Dirigent und Bandoneonspieler Astor Piazzolla wurde 1921 in Buenos Aires geboren und wuchs in den USA auf.

Nach seiner Rückkehr nach Buenos Aires 1937 spielte er in verschiedenen Tangoorchestern für die er ab 1939 auch arrangierte. Piazzolla studierte von 1940–46 Komposition bei Alberto Ginastera und von 1954–

1955 bei Nadia Boulanger in Paris. Sie war es auch, die ihn ermutigte, seine Wurzeln nicht zu verleugnen, worauf Piazzolla sich vermehrt dem Tango widmete. Zurück in Argentinien entwickelt er u. a. den Tango Nuevo – ein Tango als Kunstmusik, vorrangig für den Konzertsaal.

Astor Piazzolla komponierte neben Tangos unterschiedlicher Stile und Besetzungen auch Filmmusik sowie die Oper María de Buenos Aires. Bis zu seinem 1990 erlittenen Schlaganfall schuf er eine Vielzahl an Werken der Popular- und Kunstmusik, die unterschiedlicher nicht sein könnten, aber dennoch an seinem einzigartigen Stil erkennbar sind.

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Bandoneon

Nicht etwa in Argentinien, sondern in Krefeld am Niederrhein wurde in den1840er Jahren das erste Bando- neon (ursprünglich Bandonion) von Heinrich Band (1821–1860) gebaut. Dieser hatte einst vom Chemnitzer Instrumentenbauer Carl Friedrich Uhlig (1789–1874) eine sog. Konzertina (ein Handzuginstrument, ähnlich dem Akkordeon, allerdings mit Einzeltönen statt Akkorden) erworben und weiterentwickelt.

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Das Bandoneon gibt es in verschiedenen Varianten, als gleich- oder wechseltöniges Instrument – d. h. bei letzterem erklingen bei Druck und Zug des Balges unterschiedliche Tonhöhen, bei ersterem erklingt der gleiche Ton. Gespielt wird mit Knöpfen (wie bspw. bei der Steirischen Harmonika), bei deren Druck sich Ventile öffnen und dadurch der entsprechende Ton erzeugt wird.

Von Krefeld aus wurde das Bandoneon in der ganzen Welt bekannt und ist heute besonders beliebt in Argentinien und der dortigen und internationalen Tango-Szene.

Tango

Ursprünglich als Tanzmusik gedacht, wurde der Tango nach und nach auch zur Kunstform stilisiert und in die Konzerthäuser gebracht. Ende des 19. Jahrhunderts startet er seinen Siegeszug von Buenos Aires aus in die ganze Welt. Die argentinische Hauptstadt war zu der Zeit ein Schmelztiegel unterschiedlichster Men- schen und Kulturen – Einwandernde aus Südeuropa oder mit jüdischen Wurzeln trafen dort auf afrikanische Sklaven und eine bunte Mischung der dort bereits Lebenden.

Berühmtester Vertreter ist wohl Astor Piazzolla, der den Tango von den Tanzsälen und Hafenkneipen in den Konzertsaal brachte und dafür sorgte, dass sich u. a. der stilisierte Tango Nuevo oder der komplexe tango de vanguardia (Avantgarde-Tango) entwickelte und weltweit verbreitete. Auch heute entstehen noch immer neue Tangoformen, wie z. B. der Elektrotango.

BERLINER SYMPHONIKER – OMAR MASSA – HANSJÖRG SCHELLENBERGER

Seit über fünf Jahrzehnten sind die Berliner Symphoniker ein fester Bestandteil des Berliner Musik- und Kulturlebens und bereichern die deutsche Orchesterlandschaft, seit 1990 sind sie das Orchester für alle Berlinerinnen und Berliner. Neben den in der Berliner Philharmonie stattfindenden, beliebten und lange eta- blierten Sinfoniekonzerten treten die Berliner Symphoniker in ganz Berlin und Umgebung auf: Sie sind regel- mäßig zu Gast u. a. im Konzerthaus Berlin, der Universität der Künste, im Berliner Dom, der Kulturbrauerei und dem Kloster Chorin. Mit Gastspielen in Europa und Tourneen nach Nord- und Südamerika, Afrika und Asien sowie ihren Auftritten bei Internationalen Festspielen (u. a. in Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Israel) präsentieren sich die Berliner Symphoniker weltweit erfolgreich und verstehen sich als Kulturbot- schafter Berlins. Das Repertoire der Berliner Symphoniker umfasst neben dem klassischen, weitgefächer- ten und populären Konzertangebot auch besondere Raritäten – unbekannte und in Vergessenheit geratene Werke sowie zeitgenössische Kompositionen. Die Musikvermittlung als besonderen Schwerpunkt bildete schon immer ein Markenzeichen des Orchesters. So waren es die Berliner Symphoniker, die als erstes Or- chester in Berlin mit Schulkonzerten und Kinder- und Familienkonzerten ein musikpädagogisches Profil ent- wickelten und die Nachwuchsarbeit nachhaltig etablierten und förderten. Zahlreiche CD-Einspielungen und Fernsehaufzeichnungen runden die facettenreiche Arbeit der Berliner Symphoniker ab.

Der Bandoneonspieler Omar Massa stammt aus Buenos Aires und lebt seit 2018 in Berlin. Er wird von Musikkritikern als Nachfolger Astor Piazzollas gesehen, dessen Arbeit er seit seinem sechsten Lebensjahr interpretierte. Seitdem gilt Omar Massa oft als die verbindende Brücke zwischen klassischer und argen- tinischer Musik. Omar war ein Pionier, als er sein Instrument in Konzertsäle brachte, um Werke aus dem

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akademischen Repertoire zu spielen, besonders aus dem europäischen und lateinamerikanischen Barock.

Er spielte mit international renommierten Künstlern wie Placido Domingo und trat als Solist mit Sympho- nieorchestern und Kammermusikensembles in Europa und Amerika auf, unter anderem dem Asturias Sym- phony Orchestra, dem Buenos Aires Philharmonischen Orchester, dem Symphonie Orchester und Chor der National University of Brasilia, dem Jugendsinfonieorchester von Mexico City, dem Rumänischen Nationalen Rundfunkorchester in Bukarest sowie mit den wichtigsten rumänischen Philharmonischen Orchestern, dem Symphonie Orchester und dem Chor der National University of Brasilia, dem Jugendsinfonieorchester von Mexico City, der Camerata San Juan, dem Chor Mendoza sowie dem Meccore Streichquartett.

Auf mehr als fünfzig CDs hat der Hansjörg Schellenberger seine musikalische Tätigkeit bei allen großen Tonträgerfirmen demonstriert. Vor über zehn Jahren gründete er überdies sein eigenes Label Campanella Musica, auf dem er selbst unter anderem mit Werken von Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn und Lud- wig van Beethoven sowie mit einem französischen Barockprogramm und verschiedenen Werken moderner Klassiker vertreten ist.

Ab der Spielzeit 2021/22 ist Hansjörg Schellenberger Chefdirigent und künstlerischer Leiter der Berliner Symphoniker.

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PREFACE

Astor Piazzolla, the great Argentine composer and ban- doneon player, was born exactly a century ago in 1921.

Fascinated by the music of Bach, Mozart and Chopin, Piazzolla wanted to compose great classical music. From Alberto Ginastera he received lessons in orchestration, composition and conducting, as well as in literature and poetry. Following his studies with Ginastera, Piazzolla received a scholarship to study in Paris with the renowned pianist and composer Nadia

Boulanger. Under her guidance, he began to conceive of and perfect his own style of composition.

Composer and bandoneon player Omar Massa hails from Buenos Aires and has lived in Berlin since 2019.

He is seen by music critics as the successor to Astor Piazzolla, whose work he has been performing from the age of six. Massa is considered to be an ambassador and champion of Argentine music as he too creates bridges to classical music with his own compositions. He combines minimalism with contemplative spaces, creates impressionistic colours, uses unusual meters and expands harmonic language without losing the inner melancholy of the true Tango Nuevo.

Massa catapults the music of Buenos Aires into the 21st century.

OMAR MASSA

Concerto for Bandoneon and Chamber Orchestra „Buenos Aires – Berlin“

1. Prologue & Tango 2. Prayer, Adagio 3. Tango Scherzo Finale

Argentine bandoneon player and composer, Omar Massa, was nineteen when he made his initial prolonged stay in Berlin, immediately feeling at home. So much so, that many years later in 2019, which marked the 25th Anniversary of the twinning of the cities of Berlin and Buenos Aires, Massa made the permanent move to the city. As part of the Anniversary celebrations, Massa was commissioned by the Argentine Embassy to compose a piece for a gala concert. The “Concerto for Bandoneon and Chamber Orchestra” was born.

The string orchestra is enhanced by the addition of a piano and the Concerto, Massa reflects, draws similarities to the connection he feels between the twin cities alongside his own path in life.

The first movement, Prologue & Tango begins with a slow, wistful introduction by the strings, melting into a tango, initially played by the piano and bandoneon and in the style of Piazzolla. String orchestra, piano and bandoneon continue to exchange motifs, developing ideas further and coming to a common conclusion but always interrupted by lyrical melodic lines. The second movement, Prayer, Adago is dominated by an elegiac bittersweet melody, which first introduces the bandoneon over the continuous isolated soundworld of the piano and strings and the bandoneon interjects with capricious ornamentation. The last movement, Tango Scherzo Finale, begins with a fast orchestral fugato and after a rapid accelerando, there follows a

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Tango Legacy

“Tango Legacy”, for bandoneon and string orchestra, a musical tribute in honour of Astor Piazzolla, was written on the occasion of his 100th birthday in 2021.

Omar Massa’s composition and homage to Piazzolla’s instrument for bandoneon solo “Negro Liso (Ast- or’s Voice)”, begins the piece and, to date, Massa has been the only musician to be granted permission by the Piazzolla family to play his instrument. A descending bass line, typical of Piazzolla follows, quoting the first bars of his “Concerto para Quinteto”, by way of a personal tribute. Tango rhythms in the bandoneon and high strings are played over a repetitive and constantly pressing bass motif. The colour soundscape is enriched with glissandi and tremolos which alternating with the bandoneon, continue to swell. The violins then launch into a melody which unexpectedly breaks off after a clashing line of parallel ascending tritones throughout the orchestra. Following a brief and reflective bandoneon cadenza, the strings begin to create a fragile, iridescent atmosphere from which the bandoneon softly rises. At the finale, all the instruments lyrically adjoin, until the descending bass line and the themes of the beginning are taken up again and brought to an outright traditional, yet playful, conclusion. Overall, the mood is impressionistic and colourful in nature, where minimalism resonates with classic tango fundamentals.

With “Tango Legacy” the composer demonstrates Piazzolla’s tango lives and continues to develop. Mas- sa’s aspiration is “May we, the tango musicians of the new millennium, keep alive his [Piazzollaʼs] spirit of search and creativity among us!”

All of Omar Massa’s works are in the spirit of Astor Piazzolla and the tango. In general – fast rhythms and syncopations, abrupt changes and breaks, elegiac melodies, glissandi and percussive playing techniques reflective, wistful central section. The Concerto then takes up the rhythmic theme of the opening again and

ends abruptly.

The world premiere took place on 19th May, 2019 with strings from the Berliner Symphoniker in the Berlin Philharmonie.

Buenos Aires Resonances

Massa’s dedication of this piece for bandoneon and string orchestra is to his mother, Alicia Casal. The intention behind the dedication is to remain close to her over the many miles from Argentina to Germany.

The music describes Massa’s yearning for family and friends as well as for his native Buenos Aires: “I write the music in order to be connected to my loved ones and they to me.”

In this piece, the pulsating bass and shimmering upper strings, serve as a backdrop for the bandoneon over which it spins a longing melody. This melody is taken up, developed and rounded off by the violins.

Interrupted by a short, restless tremolo, the piece returns to the elegiac mood of the beginning, first in the violins and accompanied by pizzicato descending sequences in the bass. With a shift to the bandoneon repeating the initial motif, the bass accompanies in ebbs and flows until finally, the music comes to a standstill. Despite the irregular 5/8 time of the piece, Massa adeptly maintains the overall melancholy.

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in the strings alongside the most virtuoso capabilities of the bandoneon. Massa takes Tango Nuevo into unchartered territory by using, as examples, asymmetrical meters and glimpses of impressionism.

Using these techniques in his composition, Massa combines the tried and tested with new elements and thus develops his own musical language.

ASTOR PIAZZOLLA Concierto para bandonéon 1. Allegro marcato 2. Moderato 3. Presto

Piazzolla’s 1979 bandoneon Concerto „Aconcagua“, named after South America’s highest peak, Cerro Acon- cagua, was composed for the Polish-Argentine conductor and violinist Simón Blech.

Although the first movement, Allegro marcato, is rhapsodic and improvisatory in nature, the basic rhythmic patterns develop steadily and lead to an elegiac cadenza for the bandoneon. Following the caden- za, these patterns are taken up again at the close. The second movement, Moderato, is more of an homage to Blech and his Polish roots. Echoes of Frédéric Chopin’s nocturnes are more prevalent than the tango rhythms of the outer movements and the plaintive line of the bandoneon is cushioned by the harp, piano and solo strings.

In the third movement, Presto, Piazzolla plays with the baroque concerto form. Soloist and orchestra dazzlingly alternate after a presentation of the theme. Following a general pause and a wistful lament from the bandoneon, comes the appearance of an opulent and melancholic, yet pulsating finale, accompanied by the characteristic sound of the Latin American percussion instrument, the Guiro.

Tangazo

Astor Piazzolla’s work “Tangazo”, was premiered in Washington, D.C. in 1970. At the remarkable opening of the piece, a gradually developing murky melody in the basses and cellos creeps from the deep and is reminiscent of a Passacaglia bassline. Having been picked up by the higher strings and tailed away, the woodwinds are introduced, performing a frenzied tango.

With characteristic percussive effects, glissandi and rhythmic syncopation in the strings supported by the percussion, the framework settles. Subsequently, the intensity noticeably increases following a lyrical phrase for solo horn, and the music becomes more pulsating and urgent with repeated interruptions of plaintive passages. The initial frantic tango of the piece is now reintroduced by individual winds and the entire orchestra, arriving at an impulsive stoppage. No sooner than the sound begins to materialize again, the music gradually disappears back into the subterranean depths.

Piazzolla wasn’t particularly enamoured with the world premiere as in his opinion, the classically trained musicians lacked „salt and pepper“.

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OMAR MASSA (*1981)

Born and raised in Buenos Aires, Omar Massa has lived in Berlin since 2019 and is considered Astor Piazzol- la’s successor, both as composer and bandoneon virtuoso.

In addition to attending numerous master classes and private lessons, he studied composition with Guillermo Pozzatti at the National Conservatory of Music in Buenos Aires. Since the premiere of “Suite Pa- tagonia” and “Concertango” in Mexico in 2013, Massa has extensively performed his major works all over the globe, as well as the compositions on this disc. Since early childhood he has been playing the solo and chamber music of Piazzolla and on receiving an invitation from the Piazzolla family, Massa is the only musi- cian to be granted permission to play his role model’s instrument.

The present recording was made with a bandoneon built by Alfred Arnold in 1937, which the instrument maker Carsten Heveling restored and made available to Massa.

Further information can be found at https://reinicke-artists.com/omar-massa.

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ASTOR PANTALEÓN PIAZZOLLA (1921–1992)

The composer, conductor and bandoneon player Astor Piazzolla was born in Buenos Aires in 1921, prior to growing up in the USA.

Following his return to Buenos Aires in 1937, he played in a variety of tango orchestras whilst turning his hand to making arrangements from 1939 onwards. Piazzolla studied composition with Alberto Ginastera from 1940-46 and with Nadia Boulanger in Paris from 1954–55. It was Boulanger who encouraged him to em- brace his roots, whereupon Piazzolla devoted himself more to tango. In Argentina he developed, amongst other styles, the Tango Nuevo – the tango as art music, primarily for the concert hall.

Astor Piazzolla composed not only tango of different styles and line-ups but also film music and the opera María de Buenos Aires. Before suffering a stroke in 1990, he created a large volume of works of both popular and art music. Although they could not be more stylistically contrasting, they are easily recognisa- ble as quintessentially Piazzolla, with his unique approach.

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Bandoneon

The first bandoneon (originally Bandonion) was built by Heinrich Band (1821–1860) in the 1840s, not in Ar- gentina, but in Krefeld on the Lower Rhine. He had once acquired and developed a concertina (a hand-drawn instrument, similar to the accordion, but with only single notes instead of chords) from the Chemnitz inst- rument maker, Carl Friedrich Uhlig (1789–1874).

The bandoneon is available in a variety of forms, as an instrument with the same or alternating tones i.e. with the former, the same tone sounds and with the latter, different pitches sound when pushing and pulling the bellows. The instrument is played with buttons (as is the case, for example, with the Styrian harmonica), the pressure of which opens valves and the corresponding sound is produced.

From its roots in Krefeld, the bandoneon has become recognised all over the world and is now particu- larly popular in Argentina and on the international tango scene.

Tango

Originally intended as dance music, tango was gradually stylized as an art form and brought into the concert hall. At the end of the 19th century it began its triumphal march and increasing popularity from Buenos Aires to all over the world. At the time, the Argentine capital was a melting pot and a safe haven for diverse peo- ples and cultures – immigrants from southern Europe, Ashkenazi Jews and Africans fleeing slavery all made a colourful mix with the locals. The most renowned ambassador is Astor Piazzolla, who brought the tango out from the dance halls and harbour bars to the auditorium and ensured the stylized Tango Nuevo or the more complex Tango de Vanguardia (avant-garde tango), developed and spread worldwide. Electrotango is an example of how, even today, new forms of the genre are still emerging.

Translation: Rob Norman, Berlin, 2021

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BERLINER SYMPHONIKER – OMAR MASSA – HANSJÖRG SCHELLENBERGER

For more than five decades, the Berliner Symphoniker have been an integral part of Berlin's musical and cultural life and enrich the German orchestral landscape; since 1990 they have been the orchestra for all Berliners.

In addition to the popular and long-established symphony concerts that take place in the Berlin Philhar- monic, the Berliner Symphoniker perform all over Berlin and the surrounding area: They are regular guests at the Konzerthaus Berlin, the University of the Arts, the Berlin Cathedral, the Kulturbrauerei and the Chorin Monastery, among others. With guest performances in Europe and tours to North and South America, Africa and Asia as well as their appearances at international festivals (including in France, Italy, Austria, Spain, Is- rael), the Berliner Symphoniker present themselves successfully worldwide and see themselves as Berlin's cultural ambassadors.

The repertoire of the Berliner Symphoniker includes classical, wide-ranging and popular concerts as well as special rarities – unknown and forgotten works as well as contemporary compositions.

Music education as a special focus has always been a trademark of the orchestra. It was the Berliner Symphoniker, for example, who were the first orchestra in Berlin to develop a music-pedagogical profile with school concerts and concerts for children and families, and who established and promoted the work of young people in the long term. Numerous CD recordings and television recordings round off the multifa- ceted work of the Berliner Symphoniker.

The bandoneon player Omar Massa comes from Buenos Aires and has lived in Berlin since 2019. He is seen by music critics as the successor of Astor Piazzolla, whose work he has been interpreting since he was

six. Since then, Omar Massa has often been seen as the connecting bridge between classical and Argentine music. Omar was a pioneer in bringing his instrument into concert halls to play works from the academic repertoire, particularly from the European and Latin American Baroque.

He has played with internationally renowned artists such as Placido Domingo and has appeared as a soloist with symphony orchestras and chamber music ensembles in Europe and America, including the Asturias Symphony Orchestra, the Buenos Aires Philharmonic Orchestra, the Symphony Orchestra and Choir of the National University of Brasilia.

Hansjörg Schellenberger has demonstrated his musical activity on more than fifty CDs for all the major recording companies. Over ten years ago he also founded his own label Campanella Musica, on which he himself is represented with works by Carl Philipp Emanuel Bach, Joseph Haydn and Ludwig van Beethoven as well as with a French baroque program and various works of modern classics.

From the 2021/22 season, Hansjörg Schellenberger will be chief conductor and artistic director of the Berliner Symphoniker.

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© + ℗ 2021 Solo Musica GmbH Agnes-Bernauer-Straße 181

80687 München www.solo-musica.de

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