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Eine b e s o n d e r e Art v o n P i n g o s a m H o h e n V e n n / E i t e l
V o n E . M Ü C K E N H A U S E NMit 6 Abbildungen im Text
Z u s a m m e n f a s s u n g . Am Südostabfall des Hohen Venns wurden in Hangrichtung ver laufende Rinnen beobachtet, die auf beiden Seiten und a m unteren Ende (hangabwärts) von einem etwa 2 m hohen Wall besäumt werden. Die Kleinrelief formen werden als Restformen langgestreck ter Pingos gedeutet. Die länglichen Pingo-Eisblöcke entstanden dutch im Oberboden hangabwärts ziehendes Wasser, das laufend a m Eisblock auskristallisierte, wodurdi der Eisblock gleichsam dem Wasser entgegen, also den Hang hinauf wuchs. Ein Abrutschen eines Pmgo-Eisblockes und damit ein Aufpflügen eines Erdwalles wird für weniger wahrscheinlich gehalten. Auf Grund der guten Formerhaltung und nach pollenanalytischen Untersuchungen (durch A. W. REHAGEN) wird das Alter dieser pingoartigen Bildungen für Jungwürm gehalten.
S u m m a r y . Furrows in slope direction are observed at the south east slope of Hohes Venn/ Eifel. These furrows are bordered at both sides and at the lower end (down the slope) by a ram part 2 m high. The microrelief forms are believed to be residual forms of extended pingos. The oblong pingo ice blocks resulted from water moving downwards in the top soil. This water crystallized little by little at the ice block in this way causing the ice block to grow towards the water, i. e. upwards the slope. We consider it fairly unprobable that the pingo ice block might have slid down and thereby ploughed up the earth rampart. Based on the good conservation of the form and the pollenanalytical studies (by A. W. REHAGEN) the age of this pingolike form was placed into Younger Würm (Wisconsin).
Bei den Felduntersuchungen a m Südostabfall des Hohen Venns/Eifel für ein boden kundliches Gutachten des Instituts für B o d e n k u n d e der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn, bearbeitet von G . G O L I S C H , beobachtete der Verfasser dieses Aufsatzes eigenartige periglaziale Bildungen, deren N a t u r zunächst nicht erklärt werden konnte. Die ungewöhnliche Erscheinungsform des Reliefs veranlaßte den Verfasser, die Geologen F. H E R Z O G , C . H . E D E L M A N ( N i e d e r l a n d e ) , R . T A V E R N I E R (Belgien) und P . W O L D S T E D T zu einer Diskussion im G e l ä n d e einzuladen. D i e genannten Herren, alle erfahrene F o r scher des Periglazials, hatten derartige Bildungen noch nirgendwo beobachtet, konnten aber d e m Verfasser wertvolle Anregungen für weitere Studien geben, wofür a n dieser Stelle bestens gedankt sei.
D a s Untersuchungsgebiet liegt am Südostabfall des H o h e n Venns; es ist d a s Gebiet der neuen Siedlung Hoscheit, etwa 2 , 5 km westlich der Kirche Simmerath, K r s . Monschau/ Eifel (s. A b b . 1 ) . Diese H a n g l a g e hat die H ö h e von etwa 5 3 0 — 5 5 0 m und eine N e i g u n g von etwa 6 ° nach Südost.
Die geologische S p s z i a l k a r t e i. M . 1 : 2 5 0 0 0 gibt für die Untersuchungsfläche „ H o c h moortorf in geringer Mächtigkeit über der tonigen Verwitterungsdecke des K a m b r i u m s " an ( W . W U N S T O R F 1 9 3 7 ) . D i e im tiefen U n t e r g r u n d anstehende, auf der Untersuchungs fläche selbst nirgends m i t Handbohrungen u n d Grabenschürfungen erreichte R e v i n - S t u f e des K a m b r i u m s besteht aus schwarzem Phyllit mit dunklen Quarzitbänken. D i e Phyllite verwitterten im T e r t i ä r u n d früher sehr stark und tiefgreifend ( W . W U N S T O R F 1 9 4 3 ) . Dabei bildete sich ein für ebene und feuchte L a g e n der T r o p e n typischer B o d e n , den wir heute G r a u l e h m nennen ( E . M Ü C K E N H A U S E N 1 9 5 8 ) . Dieser an K a o l i n i t relativ reiche B o den erfuhr im Pleistozän eine meist wohl mehrfache solifluktive U m l a g e r u n g . Dabei wurde der Graulehm, d a s Verwitterungsprodukt des Phyllits, mit dem praktisch nicht oder k a u m chemisch verwitterbaren Q u a r z i t ( a l s Steine verschiedener Größe) vermengt. Die untersuchte Hangfläche des Venns besteht somit aus einer schätzungsweise meist mehr als 3 m mächtigen Schicht v o n umgelagertem G r a u l e h m , durchsetzt v o n kleinen und großen Quarzitstücken, die örtlich „ V e n n w a c k e n " genannt werden.
Dem obersten halben Meter dieses Solifluktionsschuttes ist ein mit der Fingerprobe merkbarer Anteil v o n Lößlehm beigemengt. Korngrößenanalysen haben den Lößanteil
6 E . Mückenhausen
Bhf. \Konzen\
3undesslr. 2S8_
Abb. 1. Lage des Untersuchungsgeländes am Südostabfall des Hohen Venns, Eifel. bestätigt. In tieferen H a n g p a r t i e n h a t sich mehr Lößlehm angesammelt. N a c h der L ö ß -aufwehung hat eine Vermengung des Lösses mit G r a u l e h m bis etwa 4 0 — 8 0 cm tief durch S o l i m i x t i o n stattgefunden, die wahrscheinlich in der jüngeren D r y a s z e i t erfolgt sein w i r d . D i e untersuchte Hangfläche zeigt ein unruhiges, eigenartiges Kleinrelief', d a s v o n den uns bekannten H a n g f o r m e n der deutschen Mittelgebirge abweicht. D e r H a n g ist v o n h a n g w ä r t s verlaufenden, etwa 5 — 1 5 m breiten Rinnen zerfurcht, die v o n einem e t w a 2 m hohen W a l l auf beiden Seiten begrenzt sind. Diese Rinnen laufen im oberen T e i l der H a n g l a g e in weitgehend ebenes G e l ä n d e aus, w ä h r e n d sie h a n g a b w ä r t s mit einem eben falls etwa 2 m hohen, hufeisenförmigen W a l l abschließen, der einer kleinen E n d m o r ä n e gleicht. Meistens zeigt dieser E n d w a l l einen Einschnitt, der v o m Wasser geschaffen w u r d e , das sich in der Rinne s a m m e l t e und über den E n d w a l l auf die untere H a n g lage ergoß.
Innerhalb dieses halbrunden W a l l e s , also am E n d e der einzelnen Rinnen, liegt ihre tiefste Stelle, die bis 1,5 m T o r f birgt oder noch W a s s e r enthält und in V e r m o o r u n g b e
-Abb .2. Schematisches Bild einer periglazialen Rinne mit Wall amSE-Abfaü des Hohen Vcnns/Eifel. (Zeichnung von D . P L Ü C K ) .
Pingos am Hohen Venn, Eifel 7
Abb. 3. Periglaziale Rinne (links im Bild) mit Wal! (rechts im Bild) am SE-Abfall des Hohen Venns/Eifel. Rinne und Wall biegen in der Mitte des Bildes nach rechts. Das Bild ist hangaufwärts,
in Richtung des Venns, aufgenommen (Original).
Abb. 4. Periglaziale Rinne (rechts im Bild) mit Wall (links im Bild) am SE-Abfall des Hohen Venns/Eifel. In der Mitte des Bildes biegt der Wall nach rechts um und schließt die Rinne huf eisenförmig ab. Das Bild ist hangabwärts, dem Venn abgewandt, aufgenommen (Original). Hinter dem Siedlerhaus liegt das flache, eingesenkte Tal des Kallbaches und jenseits dieses Tales steigt
das Gelände wieder langsam an.
griffen ist. Die beigefügte A b b . 2 zeigt als schematischc S k i z z e die grundsätzliche F o r m der Rinnen mit W a l l und die Abb. 3 u n d 4 zeigen den T e i l einer R i n n e und eines W a l l e s .
D e u t u n g d e r p e r i g 1 a z i a 1 e n H a n g f o r m u n g
D i e Entstehung der mächtigen Schuttdecke am A b h a n g des H o h e n Venns als p e r i g l a zialer Solifluktionsstrom steht außer Zweifel. Ferner lassen sich eine geringmächtige ( e t w a 4 0 — 8 0 cm), locker gelagerte, obere Solifhiktionsdecke1) von einer darunter liegenden, mäch tigen und dicht gelagerten, älteren k l a r unterscheiden. Diese Zweiteilung des Solifluk-tionsstromes wurde im deutschen Mittelgebirge häufig beobachtet. D e r untere, dicht ge lagerte Teil kann wieder aus verschieden alten Solifluktionsdecken bestehen. Solche S o l i
8 E. Mückenhauser.
fluktionsmassen bilden normalerweise e b e n e H a n g l a g e n ; sie wirken sogar reliefaus gleichend, so daß eben geformte, flache H ä n g e mit weit auslaufendem H a n g f u ß das typische geomorphologische Erscheinungsbild der Solifluktion sind. Die oben beschriebe nen Kleinreliefformen a m Südostabfall des H o h e n Venns weichen also von der Oberflächen-form einer typischen Solifluktionsdecke stark a b . Wenn diese periglazialen Formen bei der geologischen A u f n a h m e nicht entdeckt wurden, so ist das auf den d a m a l s vorhandenen Strauchbestand zurückzuführen, der keine Übersicht gestattete. Erst als dieses Gelände für eine Siedlung gerodet wurde, k a m diese H a n g f o r m u n g z u m Vorschein.
Die Vertiefungen mit W a l l u m r a n d u n g als Pingos zu deuten, lag z w a r nahe, jedoch ist die typische F o r m des Pingos rundlich. T y p i s c h e Pingos sind v o r einigen J a h r e n in Bel gien v o n R . T . \ V E R N I E R , R . M A R E C H A L und P . P A H A U T ( R . M A R E C H A L 1956) und in den nördlichen Niederlanden von G. C . M A A R L E V E L D SC J . C . VAN D E N T O O R N (1955) beschrie ben worden. A . P I S S A R T (1956) berichtet ferner aus den H a u t e s Fagnes Belgiens über längliche, in H a n g l a g e n auftretende Pingos, die z w a r den Formen am Südostabfall des H o h e n Venns nicht gleich, aber doch ähnlich sind. Hierbei handelt es sich selbstverständ lich nur um die Restformen von Pingos im periglazialen R a u m des Pleistozäns.
Der Begriff „ P i n g o " ist der Eskimosprache entlehnt und bezeichnet die durch mächtige Eislinien entstehenden Aufbeulungen der Erdoberfläche im Periglazial. In der deutschen Literatur sind für Pingos die Bezeichnungen Palsen, Aufeisbeulen, Aufeishügel, Qucl-lungshügel, Schwellungshügel und Aufblühungshügel gebraucht worden, in der nord amerikanischen die Bezeichnungen ground ice m o u n d s , frost mounds und gravel mounds, in der französischen hydrolaccolithes und tertres de toundra und schließlich in der nieder ländischen ijslaccoliet; in Belgien werden sie auch viviers genannt.
Die rundlichen, z. T . auch ovalen Vertiefungen mit wallartiger U m r a n d u n g der H a u tes F a g n e s Belgiens hat m a n lange Zeit für menschlichen U r s p r u n g s gehalten. A . PISSART (1956) deutete sie als Pingos. Gleiche Bildungen rundlicher F o r m auf dem Riß-Geschiebe lehm in den nördlichen Niederlanden wurden als Solle betrachtet, bis J . C . M A A R L E V E L D und J . C . VAN D E R T O O R N sie als Pingos erkannten ( 1 9 5 5 ) .
Aus den periglazialen Zonen A l a s k a s und Sibiriens sind rezente Pingos bekannt. Sie entstehen a n Stellen, w o beim Wiedergefrieren der Auftauschicht die Zuführung von Wasser günstig ist. A n einer solchen Stelle entsteht zunächst eine kleine Eislinse, die sich durch das zugeführte, durch die Eisbildung energisch angezogene Wasser immer mehr vergrößert ( A b b . 5 ) . Pingos v o n 20 m H ö h e u n d 50 m 0 sind keine Seltenheit; es sind größere beobachtet worden. Dementsprechend sind die Maße des entstandenen Eisblocks. Die über dem Eisblock liegende Bodenschicht s a m t Vegetation w i r d von der sich aufbeu lenden Eislinse hochgehoben, so daß ein kleiner H ü g e l entsteht. Bisweilen w i r d nicht nur Wasser, sondern auch Bodenbrei zugeführt, der ebenfalls in die Eislinse eingeht. D a in diesen Fällen für den T r a n s p o r t des Bodenbreies viel Wasser notwendig ist, entsteht durch die starke Anlieferung von Wasser und Bodenbrei ein großes Eisgebilde.
Bei der Entstehung eines Pingos, d. h. bei der Aufbeulung einer Eislinse, ist dieser zu nächst mit einer Bodenschicht überzogen. D a s A b t a u e n des Eisblocks bei erneutem Ein setzen einer T a u p e r i o d e beginnt auf der H ü g e l s p i t z e . Hier entsteht eine kraterartige Ver tiefung, indem die aufgetaute Bodenmasse von der H ü g e l s p i t z e nach allen Seiten abgleitet (Abb. 5 ) . Dieser V o r g a n g des Abgleitens hält beim Auftauen a n ; die Bodenmasse gleitet wulstartig von dem Eisblock ab und bildet um den Eisblock einen kleinen W a l l . W o der Eisblock lag, bleibt eine Vertiefung zurück. S o entsteht eine meist runde Vertiefung mit einem W a l l k r a n z . Entstehen und Abschmelzen eines Pingo-Eisblocks ist nicht immer ein Geschehen einer F r o s t - und einer Auftauperiode. E i n Pingo-Eisblock kann sich über meh rere oder auch viele J a h r e erhalten.
N e b e n den charakteristischen runden Pingos sind v o n A . P I S S A R T (1955) in den Hautes Fagnes o v a l e Formen in H a n g l a g e beobachtet worden. Der gleiche Autor berichtet in
Pingos am Hohen Venn, Eifel 9
A b b . 5. Ein Pingo im Randböltal (Zentral-Ostgrönland). Gemäß den Messungen von F . SCHWAR
ZENBACH ist die Höhe 30 m, der Basisdurchmesser 150 m und der Durchmesser der kraterähnlichen Vertiefung oben 65-70 m. Luftaufnahme der Lauge KoCH-Expedition, aufgenommen von E. H O F
FER. Aus: H. B U T L E R 1954 (s. Lit.).
seiner Arbeit (1955) auch von gleichen Beobachtungen anderer Forscher. Bei den o v a l e n Formen liegt die längere Achse des ovalen G e b i l d e s stets in Richtung des stärksten H a n g gefälles. D a s deutet darauf hin, daß die o v a l e F o r m mit dem W a s s e r z u z u g von der höhe ren H a n g p a r t i e her in funktionellem Z u s a m m e n h a n g stehen muß. D e r Eisblock, der z u nächst als rundlicher K ö r p e r z u wachsen b e g a n n , vergrößerte sich in hangaufwärtiger Richtung, woher das Wasser z u z o g und sich a n die Eislinse ankristallisierte. D a s Wasser kann auch aus dem Untergrund aufgestiegen u n d nahe oberhalb des Pingos an die O b e r fläche getreten sein. D a m i t haben wir eine d e r beiden Deutungsmöglichkeiten für die wallbesäumten Rinnen am S ü d o s t a b f a l l des H o h e n Venns.
Zur Periglazialzeit können wir hier in der Auf tauperiode auf dem dichten G r a u l e h m eine h a n g a b w ä r t i g e Bewegung von Wasser annehmen. Wahrscheinlich vollzog sich der Wasserzug an der Grenze zwischen dem dichten G r a u l e h m und dem Wurzelfilz der K r a u t vegetation oder einer lockeren Oberbodenschicht. Z u m Zeitpunkt des Wiedergefrierens des Bodens k o n n t e an den Stellen, w o das h a n g a b w ä r t s ziehende Wasser eine gewisse Stauung erfuhr, die Eislinsenbildung ansetzen. V o m H a n g nachgeliefertes Wasser kristalli sierte sich a n , und damit wuchs die Eislinse h a n g a u f w ä r t s , gleichsam dem herankommen den Wasser entgegen. So entstanden langgestreckte Pingos mit einer B o d e n a u f l a g e , wie sie auch für rundliche Pingos charakteristisch ist. Beim Abschmelzen der langgestreckten Pingo-Eislinsen rutschte die Bodenauflage ab u n d bildete den W a l l .
Eine weniger wahrscheinliche Erklärung ist folgende: In der H a n g l a g e des H o h e n Venns entstand ein Pingo mit der normalen rundlichen Gestalt. Beim Auftauen des B J -dens kam der Eisblock auf dem lehmig-schlüpfrigen Boden in der H a n g l a g e ins Rutschen, pflügte die breiige Bodenmasse zur Seite z u einem Wall auf, schob audi einen breiigen Bodenwall v o r sich her, blieb schließlich i n f o l g e Hangverilachung und Kleinerwerden
10 E. Mückenhausen
S O NW
Bod
Solifluktionsdeck? von Graulehm mit Steinen (Quarzit)
Phyllit und Quarzit ( Kambrium )
Abb. 6. Schematische Darstellung der Entstehung eines länglichen Eisblockes. Diese Pingo-bildungen werden für den Südostabfall des Hohen Venns/Eifel angenommen.
der Eismasse liegen und schmolz g a n z a b . W o d i e Eisrestmasse abschmolz, entstand d i e tiefste Stelle, u n d der aufgepflügte W a l l z u beiden Seiten u n d a n der Stirnseite d e r Rutschrinne blieb erhalten. D e r Verfasser hält aber diese Deutungsmöglichkeit w e n i g e r für wahrscheinlich als die erste.
A l t e r d e r p i n g o a r t i g e n B i l d u n g e n
N u n bleibt noch die F r a g e nach dem Alter dieser ovalen, pingoartigen Gebilde z u e r örtern. D i e F o r m e n sind sehr g u t erhalten, w a s für ein junges Alter spricht, worauf d i e in der Einleitung genannten Forscher in der G e l ä n d e d i s k u s s i o n besonders hingewiesen h a ben. Wären die Gebilde älter, so müßte die Solifluktion sie wieder beseitigt h a b e n . A . P I S S A R T ( 1 9 5 5 ) berichtet in seiner Arbeit, d a ß R . und M . B O U I L L E N N E den T o r f d e r Pingovertiefungen der H a u t e s F a g n e s auf G r u n d v o n Pollenanalysen als präboreal d a t i e r t haben. D a s bestärkte ihn in der A n n a h m e , d a ß die Pingos dieses Gebietes im ausgehenden W ü r m entstanden seien. Diese D a t i e r u n g w ü r d e auch für die pingoartigen Gebilde des Hohen Venns g u t passen.
Der Verfasser hat aus einer Rinne a n der tiefsten Stelle ( v o r d e m Endwall) M o o r proben entnommen, die im Geologischen L a n d e s a m t Nordrhein-Westfalen, K r e f e l d , v o n H e r r n D r . A . W . R E H A G E N unter der Leitung v o n H e r r n Oberlandesgeologen D r . U . R E I N pollenanalytisch untersucht w u r d e n , wofür d e m A m t und den genannten Herren bestens gedankt sei. Bei der Probeentnahme wurde d a s M o o r nicht ganz durchteuft, so d a ß w a h r scheinlich ist, d a ß die unterste M o o r l a g e noch älter ist, als die älteste der untersuchten Proben, die v o n A . W. R E H A G E N u m die W e n d e P r ä b o r e a l / B o r e a l , a l s o etwa 7 0 0 0 v . C h r . , datiert w u r d e . Bedenkt m a n , d a ß die unterste M o o r l a g e noch e t w a s älter sein m u ß , s o stimmt diese pollenanalytische Altersfestlegung g u t mit der v o n R . u n d M. B O U I L L E N N E überein. D i e beschriebenen p e r i g l a z i a l e n Bildungen dürften also auch im Hohen V e n n in das J u n g w ü r m z u stellen sein. S i e werden für älter als die J ü n g e r e D r y a s z e i t gehalten, da die Solimixtion v o n L ö ß l e h m u n d Graulehm in diese Zeit gelegt wird. Diese S o l i m i x -tionsschicht überzieht die W ä l l e ; somit ist sie jünger als die W a l l f o r m e n .
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