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„Ich sah die
großen
Ströme und
gelangte bis
zu dem
großen Fluß
großen
Finsternis
und ging
dahin, wohin
alles Fleisch
wandert.
Danach
sahich alle
Geheimnisse
des
Himmels»
(Das
äthiopische
Henochbuch)
INHALT
Einleitung... ... ...
... ...Seite l Geschichte... ... ... ... ...Seite 2
Die henochische Sprache... ... ... ...Seite 4
Die henochischen Wachttürme... ... ... ...Seite 8
Die großen Gottesnamen... ... ... ...Sei te 12
Die planetaren Wesenheiten a)Die großen Könige... ... ...
...Seit e 12 b) Die sechs Ältesten... ... ...
...Seit e 12 Die Kalvarienkreuze ngel... ...
... ...Seite 13 Die Cherubim... ... ...
... ...Seite 14 Die Erzengel... ... ...
... ...Seite 14 Die dienenden Engel... ... ...
...Seite 14 Die herrschenden niederen Engel... ...
...S eite 15 Die Dämonen... ... ...
... ...Seite 15 Die Anfertigung der Wachttürme... ...
... ...Seite 16 Henochische Buchstabenübun gen... ...
...Seite 17 Einleitende Wachtturmmedi tation... ...
...Sei te 20 Das Vibrieren henochischer Formeln... ...
...Seit e 21 Die Involution und Evokation henochischer Wesenheiten...
...Seit e 21 Hexagramme und Pentagramme... ...
... ...Seite 23 Hilfsmittel... ... ... ... ...Seite 25
Beispiel: Invokation eines Ältesten... ... ...S eite 27
Beispiel: lnvokation eines dienenden Engels ... ...Seit e 28
Sexualmagische Anrufungen... ... ... ...Seite 29
Weiterführende Ratschläge... ... ... ...Seite 30
Henochische Astralarbeit... ... ... ...Seite 31
Praxis der Astralarbeit... ... ... ...S eite 34
Die
Einweihungsre ise durch die
30
Aethyre... ... ..Seite 34
Die 30 Aethyre... ... ... ... ....Seite 35
Praxis der Aethyre... ... ... ... Seite 41
Weiterführende Ratschläge... ... ... ...Seite 42
Henochische Divination... ... ... ...Seite 43
Das Entwickeln eigener Rituale... ... ... .Seite 44
Die 19 Rufe... ... ... ... .Seite 46
Bibliographie... ... ... ... ...Seite 52
Schulten - Arbeitsbuch der henochischen Magie
EINLEITUN
G
Es ist eine ebenso bemerkenswertewie bedauerliche Tatsache, daß die henochische Magie inDeutschland bislang kaum Beachtung fand.
Während im Zuge der okkulten Welle der letztenJahre zahlreiche esoterische Praktiken eine Renaissance
erlebten, so war es John Dees
Systembeschied en, weiterhin ein relativ
vernachlässigtes Schattendasein
Dieser Umstand istumso
verwunderlicher , wenn man
bedenkt, daß die henochische
Magie sich seit jeher
größterWertschä tzung bei
denjenigen
erfreut, die sie praktizieren.
Kenneth Grant, der Leiter des
O. beispielsweise schreibt in „The Magical Revival“: „Der große Wert dieses Systems
bestehtdarin, daß es vermutlich das wirksamste ist, das überhaupt existiert.,, Israel Regardie, dem manmit
Sicherheit keinen ausgeprägten Hang zum Obskurantismu s vorwerfen kann, bemerkt inseinem
Vorwort zu Crowleys
„The Vision
and the Voice“,
daß er es lange Zeit abgelehnt hat,henochische s Material zu
veröffentlichen, da er es für gefährlich hielt, wenn Anfänger ohne ausreichende Ausbildung
damit herumexperime ntierten. Und auch Altmeister Crowley selbstist des Lobes voll, wenn er in
„Magick" sagt:„Die von Dr. Dee überlieferten Anrufungen sind
in einer Sprache verfaßt, die 'Engelssprache' oder 'Henochisch' heißt. Ihren Ursprung zuerforschen, ist
bisher nicht gelungen, aber es handelt sich dabei um eine wirkliche Sprache und
keinen Jargon, denn sie besitzt eine eigene
Struktur, und es finden sich auch Spuren von
Grammatikund Syntax darin.
Wie dem auch sei - Sie wirkt! Selbst der
Anfänger
bemerkt, daß 'Dinge
geschehen', wenn er sie
verwendet Das ist ein Vorteil - oder Nachteil, den keine
andere Art vonSprache
aufweist. Das Übrige verlangt Geschicklichkei t. Die wiederum Vorsicht 1 " Diese
Wertschätzung ist in der Tat
berechtigt, schließlich
besitzen wir mit dem
henochischen System
dasvielleicht einzige kohärente traditionelle Einweihungssys tem der westlichen Welt, dessen
Möglichkeiten zur Entwicklung des menschlichen Bewußtseins - zumindest teilweise - ich
michnicht scheue, denen des indischen Yogas an die Seite zu stellen. Darüber hinaus ist es ein sehr
wirkungsvolles Instrument der Erfolgsmagie und zur Erlangung magischer Macht Es ist einerseitsrecht
bunt und geheimnisvoll mit seinen barbarischen Anrufungen und lovecraftianische n Weltenund Wesenheiten,
auf der anderen Seite bietet es auch etwas, um den kritischen Verstand zuberuhigen, denn die henochische
Zunge ist tatsächlich zumindest das Rudiment einer Sprache, unddie heutige Linguistik ist davon
überzeugt, daß es unmöglich ist, eine künstliche Sprache zuerfinden.
Überdies hat die henochische
Magie in nahezu allen neuzeitlichen magischen Systemenihre Spur hinterlassen,
angefangen von der
Golden Down
über den
A.A.
bis hin zur
selbst
Oberlangeweiler Anton Szandor
LaVey hat sich nicht entblödet, seine eigene
henochischen Rufe in der „Satanic Bible" zu präsentieren. Warum das henochische Systemdennoch bislang nur
wenig
Beachtung fand, wird bei einem
näheren Bück auf die
existierendeLite ratur zu diesem Thema deutlich
Bis auf ganz wenige Ausnahmen abgesehen, ist sie nämlichwenig dazu angetan, zur praktischen
Arbeit
anzuregen. Vielmehr
erschlägt sie den Leser mit
einerUnmenge kabbalistischer Zuordnungen,
die für die eigentliche Praxis jedoch bestenfalls vonzweitrangige m Interesse sind, wenn man nicht gerade sehr
streng
kabbalistisch orientierterHer
metiker ist. Das Ziel dieses
Handbuches soll es daher sein,
Systemweitestg ehend von überflüssigem kabbalistischem Ballast befreit darzustellen, so daß es auch demAnfänger
möglich ist, effizient damit zu arbeiten. Darüber hinaus soll es dazu anregen,persönli che Elemente in die henochische
Magie mit einzubringen, um so eine wirkliche Weiterentwicklu ng eines magischen
Systems zu erlauben, das zwar komplex ist, deswegen aberkeineswegs zwangsläufig kompliziert sein muß.
Seite 1
Schulten - Arbeitsbuch der henochischen Magie
GESCHICH
TE
Die Geschichte der henochischenMagie beginnt mit dem berühmten englischen Gelehrten Dr.John Dee(l 527-1608). Dee war einer der
anerkanntesten Wissenschaftler seiner Zeit, Kosmopolit,Ver fasser eines wichtigen mathematische n Lehrwerkes,
Erfinder navigatorischer Geräte,königlic her Astrologe Königin Elisabeths der L und persönlicher Vertrauter der
wichtigestenero päischen Wissenschaftler des sechzehnten Jahrhunderts. Seine teilweise sehr bewegte
Le-bensgeschichte ist Gegenstand zahlreicher Abhandlungen, so daß es sich erübrigt, an dieserStelle näher darauf
einzugehen. Wichtig für die Geschichte des henochischen Systems ist jedoch dieTatsache,
viele seiner Zeitgenossen - ein großes Interesse an magischen,mys tischen, kabbalistischen und
alchemistische n Phänomenen hegte. Dabei
ging es für
ihn jedoch, ganz im christlichen
Weltbild
um das Erlangen göttlicher Weisheit und diestrikte Verbindung der Magie mit christlichen
Glaubensinhalte n. Er schrieb dazu:„lch habe oftmalsin Deinen (Gottes) Büchern und Aufzeichnunge n gelesen, wie
Henoch sich Deiner Gunst unddes
Gesprächs mit
Dir erfreute; mit Moses warst Du vertraut, und
Abraham, Isaak und Jakob, Josua, Gideon, Esdras, Daniel, Tobias und vielerlei anderen sandtest
Du Deine Engel, sie zulehren, zu informieren, ihnen zu helfen, ja wahrlich, sowohl in weltlichen als
auch in
häuslichen
Dingen, ja, und zuweilen auch, um ihr Begehr zu erfüllen..." Vor diesem
Hintergrund begann Dee1581 mit magischen Experimenten, um Kontakt zu Engeln zu erlangen, die
ihm verborgenes Wissen offenbaren sollten. Er bediente sich dazu
verschiedener Medien, um diesen Kontakt perKristallschau zu erreichen. Die überzeugendste n Ergebnisse
erhielt er mit dem Medium Edward Kelley,{andere mögliche Schreibweise: Kelly) sodaß er
fortan die Zusammenarbei t auf ihnbeschränkte. Ihre Sitzungen hatten recht wenig gemein
mit klassischen ritualmagischen
Operationen. Sie sahen so aus, daß sich Kelley nach langen
gemeinsamen Gebeten in Tranceversetzte und in einer Kristallkugel Visionen erblickte, die er dann Dee
diktierte, der sie sorgfältig niederschrieb. Schon in der ersten Sitzung gab Kelley an, in Kontakt mit
Engeln zu sein, die ihmdaraufhin neben ihren Namen exakte Anweisungen übermittelten,
wie sie zu rufen seien. Diese Wesenheiten hatten recht wenig gemein mit den Klischeebildern
von Engeln, wie sie gemeinhinverbr eitet sind. Robert Turner schreibt dazu in einem Artikel
religiöse
Magie„Viele(die ser Engel)
benahmen sich eher wie eine
rüpelhafte Bande von Elementalen und schienenviel
gemeinsam zu haben mit den
Bewohnern der Welt des "Sommernachtst raums„ zudemhatten sie buchstäblich
unaussprechlich e Namen.“ Dees Geister entpuppten sich ebenfalls alstalentierte Musiker, sie zeigten äußerste
Geschicklichkei t, wenn sie pyramidenförmi gen Trompetenund zwiebelförmige n Flöten mit 49 Löchern
harmonische Melodien
entlockten. Es ist
ebenfallsoffensi chtlich, daß die Tugend, sich
geradeheraus auszudrücken, nicht der Natur dieserseltsamen Wesen
entsprach. Der arme Dee muß beinahe in den
Wahnsinn getrieben worden seindurch die umständlichen und komplizierten Verfahren, mit
denen die Geister ganz einfacheTatsach en übermittelten. (The Heplarchia Mystica of John Dee)
Diese Wesen übermittelten
dann im Laufe
der Zeit auf eine komplizierte Art und Weise
Sprache, die sie als„Engelssprac he" bezeichneten, bzw. als die Sprache,
"welche vor der Sinnflut von
Adam in
seinerUnschuld gesprochen
ward". Da Dee
der Ansicht war, mit jenen
Engeln in
diedem biblischen Patriarchen Henoch alle Geheimnisse des Universums lehrten, taufte er die
Sprache„Henoc hisch“. Es existieren zwei apokryphe „Henochbücher ", die dem biblischen Seherzugeschrie
ben werden und stark gnostische Züge tragen, eines in einer slawischen, das andere ineiner äthiopischen Fassung. In
ihnen wird geschildert, wie Henoch durch Himmel und Höllen
reist und von Engeln alles
Wissen um die Schöpfung
erhält.
Dee und Kelley verbrachten
einen großen Teil der
folgenden Jahre mit ihren Kontakten und den Versuchen, mit ihrer Hilfe auch greif- und
nachprüfbare Resultate zu erlangen, meist mit sehrwechselnde m Erfolg. Zwar konnten sie auf einige wenige
Glanzlichter
verweisen, wie das
Seite 2
Schulten - Arbeitsbuch der henochischen Magie Vorhersehen der Enthauptung Maria Stuarts und des
Unterganges
der Spanischen Armadavier
Jahre vor dem eigentlichen
Geschehen, aber wollte man die
Magie einzig anDees und Kelleys
Erfolgen
messen, so
müßte sie recht schlechte Noten erhalten. Der
Grunddafür dürfte jedoch
wohl weniger im System selbst zu suchen sein, als vielmehr im
allzu
quasi-spiritistischen Umgang mit demselben. In der Tat hat
schon Karl
Kiesewetter in seiner1893
erschienenen
Dee-Biographie daraufhingewies en, daß Dee, was seine Praxis
betrifft, mehr
Spiritist als
Magier war, und seine teilweise miserablen Resultate sollten dem heutigen Praktikerals Warnung vor zu
viel
Leichtgläubigke it und
schlampiger
Technik dienen. Doch sollten wir
auch nicht zu
streng über Dee urteilen. Er war in vielen Dingen ein Kind seiner
an
Aberglaubenun d
Widersprüchen reichen Epoche, und seine persönlichen Fehlschläge mindern in keiner Weise
die Wichtigkeit seiner Beiträge zu Wissenschaft und Magie. Nach seinem Tode gelangten DeesManuskript e in die Hände
Elias Ashmoles(l 617-1692), des Begründers der englischen Freimaurerei, der auch praktisch damit
arbeitete.
Danach blieb es lange Zeit still
um die
henochische Magie, bissie
gegen Ende des 19. Jahrhunderts
in die Ordenslehren der einflußreichen magischen Geheimgesellsc haft
„The Hermetic Order of the Golden Dawn" aufgenommen wurde. Die Golden Dawn erweiterte die henochischen
Techniken um vielerlei Aspekte und verwandelte sie so in ein praktikables und vielschichtiges
System westlicher Ritualmagie. Allerdings muß auch betontwerden,
daß sie durch zu viele
komplizierte kabbalistische Einschübe wesentlich zu seiner Erstarrung beigetragen hat.
Nach dem Niedergang des Ordens arbeitete Aleister Crowley häufigmit henochischer Magie und
veröffentlichte seine Erfahrungen bei den Reisen in die 3o Aethyreunter dem Titel
„The Vision and the Voice". Von Crowley existiert auch eine Version desmittelalterlic hen Zauberbuches
„Die Goetia
oder der kleine Schlüssel Salomons", in der er dieBeschwörun gen ins Henochische
übertragen hat Im Jahre 1985 veröffentlichte der
AmerikanerGer ald Schueler das Buch
Enochian Magie A Practical Manual“, dem bislang zwei weiterefolgten. Schueler gebührt der
Verdienst, mit seinen
bahnbrechenden Werken das
henochischeSys tem zum ersten Mal
ndlich und leicht nachvollziehbar dargestellt zu
haben,und auch das vorliegende Buch zehrt, was den didaktischen Aufbau bei der
Beschreibung derWachttürme angeht, teilweise von Schuelers Schriften. Die henochische Magie bedient
sichgrundsätzlic h der alten
Lehre von den
vier klassischen Elementen
Zusätzlich
Element Geist oder Akasha, das sowohl Ursprung als auch Quintessenz der vier anderen ist.
Es empfiehlt
sich daher, sich vor der
praktischen
Arbeitmit der henochischen Magie, ein
Lehre der Elemente auseinanderzuse tzen, falls noch keine Kenntnisse zu diesem Thema
vorhanden sein sollten. EntsprechendeL iteraturempfehl ungen finden sich im Anhang angegeben.
Wenn auf den folgenden Seiten von Engeln, Geistern, Dämonen und anderen Wesenheiten
dieRede sein wird, so
bedeutet das nicht
zwangsläufig, daß der Autor auch an die
objektive Existenz dieser Wesen glaubt. Es hat sich jedoch in der Praxis erwiesen, daß
diese Mächte in der
Regeldankbar
reagieren, wenn man ihnen eine persönliche
zubilligt Wer
meint, auch auf
anderem Wege zum Ziel
gelangen zu
können, dem sei dies
selbstverständlic h unbenommen. Auf jeden Fall
sollte man sich William Grays Ermahnung zu
Herzen nehmen, die er in
„The Ladder of Lights" ausspricht„Wir sollten die schlechte Angewohnheit ablegen, Engel
Seite 3
FeuerWasserL uftErde .